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Robert Backhaus
Von Bonn nach Finnland

Fahrradtour von Bonn über Malmö, Stockholm, Turku, Lahti,

Mäntyharju nach Helsinki

Fotos werden jetzt nach und nach eingestellt. (Stand 26.09.2013)

26.06.2012

Um 5.18 mit dem Zug ab Beuel nach Köln. In Köln umgestiegen in den Zug nach Solingen - Züge sogar pünktlich. Um 6.30 Uhr bin ich in Solingen angekommen. Dann aufs Rad und los Richtung Haan und nach Erkrath. Durch das Neandertal bis Mettmann. Fahrradwege gut ausgeschildert. Weiter nach Wolfrath bis Velbert auf einer alten Bahntrasse.

   

Auf einigen Viadukten über die grünen Täler ging es weiter. Alles sehr schön. Es war ziemlich frisch.

Am Ende der Trasse in Kettwig Kaffee getrunken. Von einem netten Herrn bekam ich den Tipp, die Ruhr hochzufahren Richtung Haltern.

"Fahr hinter mir her" bot dieser mir an. Das Angebot nahm ich an und danke ihm hiermit herzlich. Am Baldeneysee hat er sich verabschiedet. Ich bin weiter auf dem Ruhrradweg, von dem ich nur sagen kann: WUNDERBAR! Alles sehr gut ausgeschildert. Am Essener Hauptbahnhof fragte ich einen Polizisten nach dem Weg in Richtung Dorsten. Er konnte mir aber nicht weiterhelfen.

Wieder einen netten Menschen getroffen, der mir ein Hinterherfahren anbot. Wir sind am Rhein-Herne-Kanal entlang Richtung Bottrop. Auch diesem Herrn meinen DANK!

 
             

In Bottrop habe ich das Ruhrgebiet verlassen und es ging richtig aufs Land und somit durch Wald und Feld. Dann endlich mein morgens geschmiertes Butterbrot gegessen.

             

 

In Haltern am See, nach dem Besuch der Wallfahrtskirche St. Anna. Der Annaberg, früher Königsberg, ist seit 1556 ein Wallfahrtsort.

 

An einem Imbiss kaufte ich mir eine Flasche Bier und bin auf eine Biker-Truppe gestoßen, mit denen ich mich unterhalten habe. Von den Motorradfahrern bekam ich den Rat, nicht am Silbersee mein Zelt aufzuschlagen. Etwas weiter weg bin ich an dem empfohlenen Campingplatz, der ebenfalls an einem See liegt (Dülmener See), angekommen; dieser ist auch preiswerter.

  

Ich bin der einzige Camper mit einem Zelt, ansonsten nur Dauercamper.

Das Wetter war heute sehr gut und ich freue mich auf meine Nachtruhe. Magnesium habe ich sicherheitshalber eingenommen, damit ich nach den heute gefahrenen 140 Kilometern keine Krämpfe bekomme.

Gute Nacht!

 

27.06.2012

Um 5.00 Uhr war meine Nacht beendet und es geht weiter in Richtung Dülmen, weil ich von den Wildpferden gehört hatte. Diese zeigten sich mir leider nicht, da sie sich, wie mir der nette Förster mitteilte, in Merfeld zu sehen sind. Man kann sie allerdings nur am Wochenende oder auf besondere Anmeldungbeobachten.
Meine Fahrt führte mich deshalb als Alternative durch den wunderschönen Wildpark mit einem alten Baumbestand und sehr vielen Rehrudeln.

 

 Danach ging es weiter bis Bösensell, wo ich in einer Bäckerei Kaffee getrunken und mich mit der Verkäuferin unterhalten habe. Sie gab mir  dann auch noch einen Kaffee aus. DANKE.

Jetzt - um 10.00 Uhr - regnet es leider schon seit einer Stunde und ich bin völlig durchnässt. Die nächste Zeit werde ich in Münster verbringen und Kaffee trinken.

Trotz des Regens weiter nach Telgte, auf gut asphaltierten Nebenstraßen. Immer mal wieder untergestellt auf einem der Bauernhöfe und meine Wasserflasche gefüllt, damit ich auch von innen nass werde. Den Fluss Ems passiert, der gemäß eines Hinweisschildes der kürzeste Fluss mit 371 Kilometern ist. Nachdem ich mich verfahren hatte, konnte mich ein netter Herr wieder auf den richtigen Weg bringen.

 
   

Über Ostbeveren bin ich auf dem Fahrradweg die B 51 entlang. In der Nähe des Dorfes Beveren in einem Wäldchen mein Zelt aufgeschlagen.  Den ganzen, aber auch wirklich den ganzen, Tag Regen!


28.06.2012

Gut geschlafen und alles ist klamm. Heute ganz dichter Nebel, sodass mir das Wasser vom Helm tropft und ich laufend die Brille putzen muss.

In Glandorf gab es die erste Pause. Weiter in Richtung des Kurortes Laer. In Bad Rothenfelde angekommen gehe ich entlang einer wieder erstellten Salzrieselanlage, die im Inneren einen sog. Inhalationsgang beherbergt. Hier kann man die Salzluft inhalieren um Atemwegserkrankungen entgegen zu wirken. Auf das Dach der Rieselanlage wurde früher die Salzsole per Windmühle  gepumpt. Heute übernimmt das eine Elektropumpe. Dieses Salzwasser rieselt dann aus ca. 10 m Höhe durch einen Reisigteppich, der das Salz auffängt. Hier kann es dann heraus geschüttelt werden. Heute ist diese Anlage nur für die Kurgäste und andere Besucher des Orts in Betrieb.

 

         

 

Musste ein Stück im Teutoburger Wald schieben. Da ich aber die Route so gewählt hatte, dass ich nur den nördlichen Teil des Teuteburgerwaldes befahren musste, hielten sich die Steigungen von der Anzahl und vom Steigungswinkel her, in Grenzen. Es ist sehr schwül. Die Abfahrt nach Melle war dann eine richtige Wohltat.

Eine Zecke mochte mich auch sehr und mit einer in einer Apotheke besorgten Zeckenzange konnte ich mich von ihr lösen.

 

Weiter ging es über Röckinghausen, Preußisch Oldendorf nach Lübbecke. Über die B 28 führte mich mein Weg nach Espelkamp. Von meiner daheim grob geplanten Route bin ich mittlerweile abgekommen.

Viele nette Leute, die ich bisher getroffen habe, geben mir immer wieder Tipps für die weitere Route.

Jetzt (18.00 Uhr) habe ich mich mit einer Flasche Bier auf einem Bauernhof in Tonnenheide eingemietet und werde hier mein Nachtlager aufschlagen.

 

Interessant an diesem Bauernhof ist, dass sich die Kühe, die in einem riesigen offenen Stall gehalten werden, selbst melken. Es gibt eine computergesteurte Anlage, die die Kühe nach eigenem Ermessen betreten. Dort wird zunächst der Euter mit Wasser und Bürsten gesäubert und die, ich nenne sie mal Melkhülsen an den Zitzen angelegt. Sobald der Euter leer ist, lösen sich die Hülsen, die Vordertür öffent sich und die Kuh verlässt den Stand. Ich konnte beobachten, dass bereits 2 Kühe vor dem besetzten Stand warteten um gemolken zu werden. In der Nacht wird die Milch von einem Tankwagen abgeholt. 

29.06.2012

Gut geschlafen. In der Nacht gab es eine leichte Regenschauer. Um 5.30 Uhr noch blauer Himmel. Jetzt ziehen leider wieder dunkle Wolken auf. Ich fühle mich sehr wohl.

In einer großen Bushaltestelle aus Stein und mit Licht in Bohnhorst habe ich Unterschlupf gesucht, um das Unwetter abzuwarten. Es öffneten sich alle Regenpforten. Trotz des Wetters kamen laufend überwiegend Frauen und einige Männer mit Fahrrädern. Ich erfuhr dann, dass die Verwaltung Warmsen heute ihren Betriebsausflug machen wollte.

 

Alle waren sehr gut drauf und nach einer 3/4 Stunde war das Unwetter vorbei und die Sonne zeigte sich wieder. Ich grüße die Damen und Herren, die am Betriebsausflug teilgenommen haben, und hoffe, dass sie alle einen schönen Tag hatten.

Meine Fahrt führte mich nach Uchte, Steyerberg, Welle und Liebenau. Ich machte noch einen Umweg nach Glissen, weil ich dort 1973 an einer dreiwöchigen Bundeswehrübung teilgenommen hatte.

Die Garage, in der ich damals geschlafen habe, erkannte ich sofort wieder und auch die Gaststätte, in der wir öfter eingekehrt sind.

Ich besuchte den Gasthof. Die Inhaberin konnte sich auch die Zeiten erinnern, als Bundeswehrsoldaten Glissen stationiert waren. Wir haben uns über die alten Zeiten unterhalten und ich schicke auf diesem Wege Grüße nach Glissen.

www.rohrbach-glissen.de

Anschließend besuchte ich Nienburg an der Weser und habe einen Stadtrundgang gemacht.

Über Drakenburg bin ich bis Rethem an der Aller gelangt. Dort habe ich mich am Ortsausgang auf einer Wiese niedergelassen. Wegen der Wetterlage habe ich großen Abstand zu Bäumen gehalten.

  

30.06.2012

Nebelschwaden liegen über der nassen Wiese. Himmel ist blau und ich hoffe, dass das Wetter so bleibt (4.45 Uhr).

Als ich Walsrode passierte, schlief die Stadt noch. Danach über Bad Fallingbostel nach Soltau. In Soltau war schon ziemlich viel los. Das Wetter ist richtig gut mit 24 Grad und Sonne. Dann habe ich noch einen netten jungen Mann getroffen, mit dem ich mich unterhalten habe. Viele Grüße an den jungen Soldaten.

Einige Kilometer vor Lüneburg traf ich Klaus Ritter. Zusammen sind wir ein Stück geradelt. Ich erzählte ihm, dass ich mich gleich irgendwo in die Büsche schlagen werde, um dann mein Zelt aufzuschlagen. Er empfahl mir, das jetzt schon zu machen, weil ich sonst in Lüneburg landen würde.

Da ich heute auch keine richtige Lust zum Weiterfahren mehr habe, suchte ich mir mein Nachtlager. Plötzlich hörte ich jemanden meinen Namen rufen und war wirklich ziemlich erstaunt.

Ich sehe hoch und erkenne Klaus Ritter. Da kam doch dieser nette Mensch mit zwei eiskalten Flaschen Jever, Brot und eine Dose Fisch in Tomatensoße. Ich war und bin immer noch total überrascht. Vielen, vielen Dank. Ich werde es genießen und grüße ganz herzlich. Wunderschönes Erlebnis!

 

01.07.2012

Heute habe ich gut eine Stunde länger geschlafen. Das lag wohl an dem leckeren Bier. Die Sonne geht bei leicht bewölktem Himmel langsam auf.

Meine Tour führte mich nach Lüneburg. In dem schönen Städtchen habe ich mich einige Stunden aufgehalten. Zum 32. Internationaler Hansetag fand auf dem Marktplatz ein Ökumenischer Fest-Gottesdienst statt in deutscher und englischer Sprache. Begleitet wurde das noch durch die Turmbläser aus Lüneburg und Kattowic.

       

Markt Lueneburg 

 

Mit dem Architekten Martin Meyer habe ich mich nett unterhalten, der auch diverse Fahrradtouren gemacht hat und demnächst die Donau entlang fahren wird. Dazu wünsche ich gute Fahrt und grüße herzlich von meiner Tour.

Weiter ging es  an Büchen in Richtung Lauenburg. Hier befuhr ich streckenweise die "Alte Salzstraße". Diese führt von Lüneburg nach Lübeck.

 
 

Vor Lauenburg die Elbe überquert. Bin jetzt in Schleswig Holstein. Die Skyline von Lauenburg mit den roten Ziegelstein-Häusern gefällt mir sehr gut. Mache einen Rundgang durch die Altstadt. Danach gehts weiter den Elbe-Lübeck-Kanal entlang.

Kurz vor einer Schleuse hatte mein Rad Kontakt zu einem spitzen Stein. Während ich den Schlauch flickte rief mir jemand von einem Segelboot zu, ob ich mitfahren möchte bis nach Mölln. Ich lehnte dankend ab, weil ich erst weiter mein Rad reparieren wollte.

   

Nach der 2. Kanalschleuse ist eine Kabelfähre in Betrieb. Die letzte, die es am Kanal noch gibt. Gegen eine Spende, die für den Erhalt beitragen soll, gab es Kaffee, Tee, Wasser oder Cappuccino.

An der Fähre traf ich auch noch einmal den Segler wieder und machte noch ein Foto. Rief ihm mochmals DANKE zu für das Mitfahrangebot.

Heute Abend habe ich mich auf einem Campingplatz einquartiert in Güster. Man kann ja im Moment nicht vorhersehen wie das Wetter wird.

 

02.07.2012

Einige Regenschauern in der Nacht. Morgens Sonne und blauer Himmel. Mit einem netten "Seebären" gesprochen, der etwas Garn gesponnen hat. In Mölln einen Arzt wegen meines Zeckenbisses aufgesucht. Als Vorsichtsmaßnahme Antibiotika bekommen.

Den Stadtkern und Till Eugenspiegels Wirkungsstätte angesehen und anschließend einen weinenden Jungen beruhigt, den ein Busfahrer auf freier Srecke ausgesetzt hatte. Nachdem er seine Mutter angerufen hatte und ich mit ihr gesprochen habe, konnte ich dem Jungen den Weg zum Bahnhof erklären und ihn beruhigen.

 

In Ratzeburg ein Gespräch mit einem netten älteren Ehepaar geführt, die wissen wollten woher ich komme und wohin mich mein Weg führt.

Am Ortseingang begegnete ich noch einer jungen Frau, die Obst und Gemüse verkaufte. Am Strandbad habe ich 1 1/2 Stunde Pause gemacht und mich ausgeruht bei einem Eis.

Mit einem Paar, das mit einem Hund im Anhänger unterwegs war, unterhielt ich mich länger. Der junge Hund wurde trainiert, damit er in Zukunft im Anhänger mitfahren konnte. Sie nannten mir einen wunderschönen Weg, den Drägerweg, nach Lübeck. Ich  bin ich durch Wald und Feld, stellenweise am Wasser entlang, geradelt. An einem See wollte ich mein Zelt aufschlagen. Nach und nach kamen immer mehr Menschen zum Schwimmen, sodass ich weiter gefahren bin. Manchmal war der Weg etwas beschwerlich wegen meines ganzen Gepäcks und des Sandbelags. Er ist aber wunderschön und hat sich gelohnt. Toller Tipp!
Meinen herzlichen Dank und Grüße von unterwegs.

In Lübeck konnte mir niemand einen Campingplatz nennen. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass es hier keinen geben soll. Ich fuhr ein Stück auf einer autobahnnahen Straße weiter und schlafe an einem Waldstück am östlichen Rand Lübecks.

 

03.07.2012

Heute mache ich mich zuerst mal wieder zurück auf den Weg nach Lübeck. Dort werde ich mir ein Paar neue Schuhe kaufen. Meine Schuhe haben durch den  Regen Schaden genommen und lösen sich langsam auf.

Mich sprach ein Herr an und fragte, ob ich ihn noch kennen würde. Natürlich erinnerte ich mich an den Herrn, den ich gestern mit seiner Frau gesprochen hatte. Sie konnten gestern ihren 47 Hochzeitstag feiern und wollten die Kirche besuchen, in der sie damals geheiratet hatten.

Mit einem Paar hatte ich ein sehr schönes Gespräch. Die beiden haben mit ihren Rädern die Lofoten erkundet und sind dann über Norwegen nach Lübeck geradelt. Von hier werden sie die Heimreise mit der Bahn antreten. Nach solcher Reise kann man sehr interessante Geschichten erzählen.

Man schenkte mir noch die Packung unbenutztes Antibiotikum gegen Borreliose. Gleiche Sorte für die ich das Rezept noch bei mir führe, das ich jetzt nicht mehr einlösen muss. Vielen Dank und herzliche Grüße von unterwegs an das nette Paar.

Nachdem ich mir neue Schuhe zugelegt habe, bin gegen 12.00 Uhr aus Lübeck in Richtung Travemünde gefahren. Dabei vorbei an meinen Schlafplatz von vergangener Nacht, der - so wie ich jetzt feststelle - gar nicht so schlecht war. Danach musste ich durch einen Tunnel, für den Autos Maut zahlen müssen. Fußgänger und Fahrradfahrer können kostenlos mit dem Shuttlebus fahren, der laufend hin und her fährt.

 

Die Promenade in Travemünde war sehr gut besucht. Mit einer Service-Dame habe ich mich eine ganze Weile sehr nett unterhalten. Ich schicke ihr schöne Grüße.

Weiter ging es nach Niendorf. 1960 habe ich die Stadt schon mal im Rahmen einer Kindererholung besucht. Das Haus, das ich auch sofort wieder erkannte, ist heute eine Mutter-Kind-Haus und wird nach wie vor von Nonnen geleitet. Es wird vom Müttergenesungswerk anerkannt.

Auch die nahe gelegene Kapelle des Hauses St. Johann fand ich so vor, wie sie mir in Erinnerung war. Nur an die vier Fotos der Priester, die alle am 10.11.1943 hingerichtet wurden, konnte ich mich nicht mehr erinnern. Diese Priester wurden 2011 seliggesprochen.

 

An der Steilküste entlang fuhr ich zurück nach Travemünde. Hier noch eben das Ticket für morgen nach Trelleborg gebucht.

Meine Flaterate habe ich noch erweitern lassen, damit ich etwas günstiger aus dem Ausland telefonieren kann.

Der Dame von E-Plus vielen Dank für das nette Gespräch und herzliche Grüße aus Travemünde.

Nicht weit vom Check Inn, allerdings außerhalb des hafengeländes, finde ich einen guten Schlafplatz. Zwei Damen, die mit ihren Hunden dort vorbei kamen, bestätigten mir, dass ich hier sicher und ruhig schlafen kann.

04.07.2012

Heute morgen geht die Sonne glutrot auf. Das hielt leider nicht lange

 

Die Überfahrt nach Schweden dauerte rund 8 Stunden. Um 10:00 fuhr die Fähre los und kam um 18:00 Uhr in Trelleborg an. Holte zunächst am Bankomat Schwedische Kronen und fuhr dann zur Touristinfo. Hier erhielt ich eine Fahrradnetzkarte der Region Skanen.  

 

In dem Reiseführer steht, dass in Schweden das sogenannte Jedermansrecht besteht. Diues bedeutet, dass man sich in der Natur frei bewegen kann und auch private Grundstücke (wenn es nicht gerade ein Vorgarten ist) betreten darf. Zelten ist auch überall erlaubt. Es sei denn, es ist ausdrücklich verboten. Es soll lediglich darauf geartet werden, dass die Natur geschützt und nichts zerstört wird. Das versteht sich ja von selbst.

Werde jetzt noch ein Stück die Küste entlang in Richtung Malmö fahren.

Auf dem Weg traf ich ein Paar aus Pirna. Beide sind Mitglieder der Deutsch-Finnischen-Gesellschaft und ich schicke ihnen Grüße vom Strand in der Nähe von Skáre.

Am Strand steht heute mein Zelt. In der Nähe befindet sich ein Flugplatz für Leichtflugzeuge. Einige kreisen im Moment ganz neugierig über meine Schlafstätte. Ich fühle ein bisschen beobachtet.

05.07.2012

Bei stellenweise sehr, sehr starkem Gegenwind bin ich bis Malmö gekommen. Bis ca. 14.00 Uhr habe ich mich in der schönen Stadt umgesehen.

  

Dann ging es weiter nach Lund. Sehenswerte alte Uni und Kirche aus dem 11. Jahrhundert.

 

 In einem verlassenen Hof habe ich übernachtet.


06.07.2012

Heute ist es ziemlich bewölkt und wieder kämpfe ich gegen den Wind. Laufend musste ich gegen Regen und Wind radeln. Zwischendurch habe ich mich in einer Kirche untergestellt. Die Fahrradwege sind zum Teil schlecht ausgeschildert. Einige Male bin ich ich Nationalstraßen 23 gefahren. Das ist nicht so prickelnd. Besonders die LKW`s donnern ganz schönnah an einem vorbei. Alas Fahrradstrerifen hat man oft nur 20 bis 30 cm und wenn die Straßen nass sind, spritzt die Gicht einem gan schön auf die Kleidung bzw. die Brille. Außerdem muss man höllisch aufpassen wenn beladene Holzlaster vorbei fahren. Hier fällt oft Astwerk oder Baumrinde herunter. Wenn man von dem Zeug getroffen wird, tut das manchmal ganz schön weh. Ich denke oft:" Hoffentlich fällt so ein Stück nicht mal in meine Speichen der Räder.

 

Ca. 10 Kilometer von Osby mache ich für heute Schluss und begebe mich zur Ruhe.

 

07.07.2012

Der Wald liegt heute Morgen gespenstisch im Nebel. Es fehlt nur noch ein röhrender Elch. Ich drehe mich aber jetzt, da es kurz vor vier Uhr ist, noch einmal herum. Versuche auch im Laufe des Tages mein Handy zu laden, weil ich keinen Saft mehr habe.

An einem Rastplatz gefrühstückt  und dann an einer Tankstelle das Handy aufgeladen.

Am Rasthof einen netten Motorradfahrer aus Stuttgart getroffen, der seine Eltern besucht, die in Schweden ein Haus haben.

Durch viele kleine und weit auseinander liegende Dörfer gefahren. So auch durch Rashult. Von einem netten Paar aus Weilheim, das ich in Liatrop traf, konnte ich erfahren, dass in Rashult der schwedische Naturwissenschaftler Carl von Linné geboren wurde. Ich grüße von hier das nette Paar aus Bayern und den Biker. Wieder fängt es leicht an zu regnen und ich passiere Eneryda.

 

Viele einsame Abschnitte bin ich heute gefahren. Wunderschöne Landschaft. Der Ort Kronobergs Län ist bekannt wegen seiner sehr vielen Hünengräber.

 

Weiter geht es nach Älmhult, dem Hauptstandort des Unternehmens IKEA.
Kurz vor Växjö schlage ich mein Nachtlager auf.


08.07.2012

Die ganz Nacht hat es geregnet. Eine Weiterfahrt ist unter diesen Bedingungen leider gar nicht möglich. Krieche noch einmal in den Schlafsack. 

Gegen Mittag scheint die Sonne und es ist ein wunderschöner Tag. Ich besuche die Stadt Växjo, die wie ein Schachbrett aufgebaut ist und an einem See liegt.

 

Den Dom und eine kleine Galerie habe ich besucht. In der Galerie einige Fotos von der modernen Kunst gemacht und mich mit dem Galeristen sehr nett unterhalten.

 

Nachdem ich Växjö verlassen hatte, fuhr ich bis Braas, wo ich auf einem Campingplatz übernachtete. Die Anmledung des Platzes erfolgt in einer Pizzeria, die ca 1 km vom Platz an der Dorfstr. lag. Auf dem Platz stehen nur ein Wohnmobil aus Neumünster und mein Zelt.

 

 

Heute bin ich ca 50 Kilometer immer kreuz und quer zur Str. 23 über Nebenstr gefahren. Dadurch nicht so viel an Streckenkilometer Richtung Stockholm erradelt. Das macht aber überhaupt nichts, da ich einerseits viel Zeit habe, anderseits die Nebenstr. fast Autofrei sind und durch eine teils einsame Gegend führte.

09.07.2012

In der Nacht wieder etwas Regen. Außer leichten Rückenschmerzen  bin ich in Ordnung.
Nach Aseda ging es über unbefestigte Nebenstraßen

 

Auf einer Infotafel stand etwas von Steinen mit Löchern, in denen man während des Messebesuchs Lebensmittel lagerte. Zuhause werde ich nachsehen, ob ich etwas über die Bedeutung finden kann. Es war wenig Verkehr und ich hatten günstigen Rückenwind.

Die Bäche und Flüsse haben Hochwasser und ganze Waldstücke stehen unter Wasser. Heute erreichten die Temperaturen 21 bis 24 Grad. Nachfolgendes Foto zeigt einen Angelsee, der ca 50 cm unter Wasser stand.

In Virserum habe ich mir Kronen zugelegt und einige Lebensmittel gebunkert.

Über Mälilla weiter nach Hulsvred. Jetzt habe ich die Hälfte der Strecke nach Stockholm geschafft. An einem schönen Badeplatz in der Natur hatte ich ein nettes Gespräch mit einem Herrn aus Neuss. Ich schicke viele Grüße aus Astrid Lindgrens Land.

Ein Besuch bei Pippi Langstrumpf in Vimmerby ist Pflicht.

Vor über 20 Jahren war ich schon einmal hier. Damals mit meiner Frau und Tochter.

Auf einem Campingplatz mit ziemlich vielen Kindern, die wahrscheinlich auch wegen Astrid Lindgren und Pippi Langstrumpf hier sind,  werde ich diese Nacht schlafen.

 

10.07.2012

Vom Campingplatz aus rauf auf die Nationalstraße 23. Jetzt in der Frühe sehr wenig Verkehr. Dafür Nieselregen. Bin nach einer halben Stunde schon nass. Komisch: macht mir heute gar nichts aus. Fahre bis KITA, kaufe mal wieder etwas ein und besuche eine Bücherei. Hier schreibe ich diese Zeilen und wärme mich auf.

  

An einem schönen Rastplatz mit Zugang zum See hatte ich eine nette Unterhaltung mit einem Paar aus Hamburg; ihre Kajaktour fiel förmlich ins Wasser.

Wegen des Hochwassers mussten sie die Tour absagen und werden zwei Tage in Stockholm verbringen. Herzliche Grüße von meiner Tour.

In Rimforsa bei einer kurzen Rast leckeren Nudelsalat gegessen und mit der Polizei gesprochen, die in einem Privat-Pkw mit Blaulicht unterwegs war und einen Fahrer rausgeholt hat.

Dann kommt das absolute Inferno über mich. Nur aus Kinderzeiten kann ich mich an ein solch starkes und unheimliches Gewitter erinnern. 100 Meter vom Fahrrad entfernt habe ich mich auf die Erde gekauert und abgewartet. Es war mir nicht einerlei und ich hatte so richtig Schiss!

Pitschnass bin ich jetzt auf einem Campingplatz in Linköping und begebe ich mich jetzt zur Ruhe. Mal sehen, ob der Regen mich schlafen lässt.


11.07.2012

Diese Nacht habe ich sehr gut und auch mal etwas länger geschlafen. Gegen 7.30 Uhr werde ich losfahren entlang des Götakanals.

 

 

Linköping habe ich mir angesehen und einen netten Herrn getroffen, der auf dem Weg ins Schwimmbad war. Eine seiner Töchter wohnt in Hamburg und die andere in der Türkei. Ich wurde aufgeklärt, dass hier der Standort der Saab-Flugzeugindustrie ist.

In der Tourist-Information traf ich auf eine nette Dame, die Deutsch mit mir sprechen konnte. Das erleichterte die Unterhaltung sehr. Ein Herr trat hinzu, der ebenfalls Deutsch sprach und berichtete, dass er 1950 aus Pommern mit dem Schiff nach Schweden gekommen sei. Er stellte Geräte zur Abfallentsorgung her und die Firma hat mittlerweile sein Sohn übernommen.

All die netten Menschen, denen ich heute begegnet bin, grüße ich herzlich. Es hat mich sehr gefreut, Ihre Bekanntschaft zu machen.

Vorher noch zur Gemeinde Berg, in der sich ein altes Kloster und eine Kirche aus dem 11. Jahrhundert efindet.

An der Staustufe in Berg (bei Linköping) war ziemlich viel Betrieb. Ideales Wetter, auch zum Radfahren. Mal Sonne, mal Wolken. Kein Regen!

Im Lebensmittelladen begegnete ich einer deutschen Familie, die mit drei Kindern um den See radeln wollen. Ich kam in den Genuss von leckerem Brotbelag, der übrig geblieben war. Dafür meinen Dank und schöne Grüße.

Grüßen möchte ich auch Kalle, der mir von seiner Wahnsinnstour erzählte. Er wohnt in Kiel und ist von dort mit dem Rad gestartet. Jetzt unterwegs auf dem Weg nach Göteborg. Litauen, Estland, Lettland, Finnland und Äland-Inseln hatte er schon passiert. Von Göteborg geht es mit dem Schiff zurück nach Kiel.

Den Götakanal entlang zufahren entpuppte sich als Fahrt am See Roxen entlang, wobei man den See die meiste Zeit überhaupt nicht sehen konnte. Der Grund hierfür war, dass zwischen Uferlinie und der Straße meist dichter Wald lag. In Norsholm Milch und Kartoffelsalat gekauft. Noch einmal den Schleusenaktivitäten am Seeausgang zugeschaut. Hier war allerdings nicht so viel los wie in Berg.

 

 

 

 

Ich dann bin den See Roxen entlang bis Norsholm gefahren, das ich zunächst rechts liegen ließ um weiter nach Melby zu fahren. Der Ort bestand aber nur aus wenigen Häusern und ich dachte, dass ich hier ein Lebensmittelgeschäft finde. Ein Herr, der gerade dabei war den Grill im Garten auf zubauen, erläuterte mir den Weg zum nächsten Lebensmittelladen. Und was soll ich sagen, der ca. 5 Km lange Weg führte mich auf unbefestigter Straße, durch dichten Wald, bergabwärts nach Norsholm, dass ich vor gut einer Stunde rechts liegen ließ. Somit war meine Schieberei des Fahrrad nach Melby für die Katz.
Wieder nach Melby das Rad hochgeschoben. An der Straßeneinmündung bin ich dann aber links ab und fand nach ca. 10 Kilometer eine Schlafstätte in direkter Nachbarschaft zum Löfstad Slott in der Nähe von Norrköping.


12.07.2012

Gut geschlafen trotz der Regenschauern. Es ist kühl und bewölkt. Norrköping ich komme!

Nyköping besucht. Auf der Fahrt viele Runentafeln und Gräber gesehen von 500 vor Chr.

Einmal  n u r  nass geworden.

 

13.07.2012

Nach einer kalten Nacht packe ich meine Sachen im Zelt wegen der vielen Mücken, die draußen auf mich warten.

Mariefred besucht und das schöne Schloss Gripsholm. Am Grab von Kurt Tucholsky noch vorbeigesehen.

Ein nettes Paar aus Lindau getroffen, das mit dem Rad unterwegs ist und schon in Malaga, Portugal, Frankreich, Belgien, England und Schweden durchfahren haben. Insgesamt bisher 9.000 Kilometer in den Beinen haben. Erstaunlich, was manche Menschen zuwege bringen. Weiterhin gute Fahrt, meine Hochachtung und schöne Grüße.

Mache mich auf den Weg in Richtung Stockholm.

Nachmittags mal wieder ein obligatorisches Gewitter. In einem Haltestellen-Häuschen habe ich Schutz gesucht und ich während des Gewitters untergestellt, um auch trocken zu bleiben. Weil es auf dieser Strecke ziemlich viele Hügel gibt, musste ich mein Rad sehr oft schieben.

 

14.07.2012

Seit 6.00 Uhr wach und trockne jetzt erst mein Zelt. Es ist nass, aber endlich mal nicht vom Regen, sondern vom Tau. Der Himmel ist blau und ich hoffe, dass er eine Weile so bleibt.

Stockholm ruft!

In Södertälje, einige Kilometer vor Stockholm, bei schönem Sonnenschein einen Kaffee getrunken.

Hier habe ich bei Lidl endlich mal ein kleines Stückchen Käse erstehen können. In Schweden wird ansonsten Käse immer nur im Kilo verkauft.

Auf dem Parkplatz wieder ein nettes Gespräch mit einem Paar geführt, wobei der Mann auch Deutsch sprach.

Mehrere junge Leute kümmerten sich auf dem Parkplatz rege um die Einkaufswagen, damit die Ordnung wieder hergestellt wird.

40 Kilometer ging es dann parallel zur Autobahn in Richtung Stockholm. Samstags ist auf dieser Strecke nichts los. Oft eine Viertelstunde ohne jeglichen Verkehr.

Ein nettes Paar getroffen. Der Herr Schwede und die Frau Deutsche. Sie kamen aus Norwegen mit ihren Fahrrädern. Schöne Grüße.

High Noon und Stockholm erreicht.

Zuerst musste ich mich stärken, dann ging es zum Schloss. Eine Frau und ein Mann achteten auf dem Schlossparkplatz auf die Busse. Waren den Aussteigenden behilflich, sodass die Busse schnell wieder der Parkplatz verlassen konnten. Bei den netten Leuten konnte ich mein Rad abstellen und ganz befreit zum Schloss gehen.

Noch ein Gespräch mit einem Busfahrer aus Paderborn geführt, der auf dem Weg zum Nordkap ist.

Gegenüber des Stadtschlosses steht die finnische Kirche Finska Kyrkam. Im Park steht die wirklich sehr, sehr  kleine Skulptur (12 oder 14 cm) vom "Jungen, der in den Himmel schaut".

Man muss im über den Kopf streichen, damit das Glück einen finden kann.

Ein finnischer Motorradfahrer, der von seiner Tour aus Deutschland zurückkam, zeigte mir auf seinem Nokia die Äland-Inseln und bestätigte mich in der Absicht, diese zu besuchen. Danke für die Information und schöne Grüße. Die Äland-Inselgruppe besteht aus über 6.700 Inseln.

Bei der Viking Line habe ich soeben ein Ticket gekauft, um mit der Fähre zu den Äland-Inseln zu schippern. Insel-Hopping ist sicher interessant. Ich hoffe nur, dass das Wetter nun endlich mal so wie heute bleibt. Die ersten dunklen Wolken sehe ich aber schon wieder.

Auf der Fähre ist ziemlich viel los. Wie man das so kennt, befinden sich hier viele Finnen, die den freien Alkoholkauf so richtig ausnutzen.

Für morgen ist 99% Regenwahrscheinlichkeit gemeldet. Super!


15.07.2012

Ich liege noch im Zelt, weil es natürlich wieder geregnet hat. Der Platzwart meinte, dass es noch etwas regnen würde, und dann käme der Sonne. Ob das stimmt?

Um 11.00 Uhr mache ich mich auf und besuche in Mariehamn die Touristinfo.

Auf dem Schiff kostete eine Tasse Kaffee 1,50 Euro und die 2. Tasse war umsonst.

An Land auch 1,50 und die 2. Tasse 50 Cent. Das ist sehr Kundenfreundlich.

Getroffen habe ich eine nette Motorradfahrerin. Heike Thiel ist alleine unterwegs, nachdem ihr Mann verkündet hat, dass er keine Lust habe, und möchte vor ihrem 50. Geburtstag mit dem Motorrad zum Nordkap. Herzliche Grüße von meiner Tour und weiterhin gute Fahrt.

Einige der Inseln sind auf dem Landweg zu erreichen durch Stege oder Brücken.

Zwischendurch immer mal wieder Fähren. Die Fähren kosten insgesamt nur 5,-- Euro, wenn man eine Nacht auf den Inseln verbracht hat. Das habe ich ja in Mariehamn gemacht.

Die Inseln sind sehr schön. Nicht auszudenken, wie das alles hier aussehen würde, wenn dieser Dauerregen endlich mal aufhören würde.

Die ehemals russische Festung Bomarsund, die im Verlauf des Krimkrieges 1854 durch die Briten und Franzosen zerstört wurde, habe ich besucht.

 

16.07.2012

Jetzt, um 4.00 Uhr Ortszeit - in Deutschland 3.00 - Uhr, wieder auf eine der vielen Fähren.

23 Kilometer gefahren und nur Schnürregen. Ich bin auch ziemlich müde.

Über Kumlinge, Enklinge, Lappo, Torsholma und Ava  - immer noch oder immer wieder - pitschnass an der Fähre in Osnäs. Jetzt setze ich über nach Naantali.

 

17.07.2012

Ich melde mich erst heute wieder, nachdem ich gestern 30 Stunden auf den Beinen war und davon 16 Stunden stramm gestrampelt bin. Das Ganze bei ununterbrochenem Dauerregen. Den Rest der Zeit habe ich mit dem Warten auf Fähren verbracht.

Um 16.00 Uhr bin ich in ein kleines Hotel geflüchtet, da nirgends ein Campingplatz in Sicht war. Um 17.00 Uhr ins Bett gefallen und  bis diese Nacht um 2.00 Uhr durchgeschlafen. Danach noch einmal hingelegt.

Ich bin froh, dass ich mich einigermaßen gut fühle und noch keinen Schnupfen habe. Heute Morgen (noch) kein Regen, sondern bis jetzt nur starker Wind, starte ich von meinem Hotel in Ylände, und mache mich auf den Weg nach Hämeenlinna.

Über Nebenstraße bin ich durch viele kleine Ortschaften gefahren. Die Sonne begleitete mich heute den ganzen Tag. Es war ein reiner Glückstag nach dem tagelangen Dauerregen und der Tag sollte noch mehr Überraschungen für mich bereit halten.

An einem Bahnübergang traf ich einen netten Herrn, der dort auch ein Haus besitzt. Er sagte: "Mein Haus ist auch dein Haus" und lud mich ein, bei ihm zu übernachten.

Ich genoss die Sauna. Dann wurde gegrillt und es gab leckere Wurst, Mais usw. Wir saßen im Freien und es war ein wunderschöner Abend.

Wir besuchten noch den Pub des Ortes, und ich kam mit vielen netten Menschen ins Gespräch.

Ich wurde den Dorfbewohnern vorgestellt, indem wir von Haus zu Haus gingen. Gegen Mitternacht lud mich ein netter Nachbar noch zu einem Glas Wein ein. Danach begab ich mich zur Ruhe. Ein wunderschöner Tag und ein richtiger Glücksfall.

 

18.07.2012

Nach dem wunderschönen Abend und den vielen netten Eindrücken verlasse ich meinen Gastgeber Yrjo, dem ich vielmals danke, und ich mache mich auf den Weg.

Vor der Tür hatte lag noch ein Lunchpaket, dass mir Marianne, dich ich ebenfalls gestern im Pub kennenlernen durfte, zubereitet hat. Das war eine freudige Überraschung für die ich mich sehr bedanken.

Ich danke auch all den anderen netten Menschen, in deren Gesellschaft ich mich sehr wohl gefühlt habe und grüße sie herzlich.

Unterwegs hatte ich eine Begegnung mit einem Fasan, der geradewegs auf mich zuläuft und erst einige Meter vor mir ins Gras verschwindet. Fotos davon werde ich nach meiner Rückkehr einstellen.

Über Hämeenlinna und Forssa bin ich bis kurz vor Tuulos gekommen und gehe jetzt schlafen.


19.07.2012

Seit sechs Uhr bin ich unterwegs. Es war eine sehr kalte Nacht, gefühlte 10 Grad.

In Tuulo wollte ich mir einen Kaffee besorgen. Der Ort besteht aus 10 Häusern und alles schläft noch. Nach weiteren 10 Kilomtern sitze ich jetzt an einer Tankstelle und trinke meinen Kaffee.

Im Moment ist über mir der Himmel blau und die Temperatur schön mollig und warm. Mal sehen, ob es noch eine Weile so bleibt. Die Zeitungen schrieben gestern etwas anderes.

In der schönen Stadt Lahti einen Stadtrundgang gemacht und mich auf den Weg nach Heinola begeben. In einer Bushaltestelle warte ich mal wieder den Regen ab. Ich hoffe, dass ich heute noch weiterfahren kann, weil ich hier in der Gegend nirgends eine Schlafstelle finde werde.

Jetzt habe ich ein Nachtlager gefunden und vor mir liegen noch 100 Kilometer bis ich bei Aila bin. Ich freue mich, dass ich sie nach langer Zeit endlich mal wiedersehe. Eine SMS hat sie mir heute geschickt, in der sie mitteilt, dass sie sich auf meinen Besuch freut und die Sauna auch schon auf mich wartet.

Gute Nacht und ich schicke ein Stoßgebet los, damit morgen die Sonne wieder lacht.

 

20.07.2012

"Der frühe Vogel fängt den Wurm". Getreu diesem Motto bin ich seit Stunden wieder unterwegs. Es war eine sehr, sehr kalte Nacht und ich muss aus dem Schatten, um die ersten Sonnenstrahlen zu genießen und mich aufzuwärmen. Hoffentlich hält das Wetter sich etwas.

Jetzt bin ich an Ailas Haus angekommen. Sie ist einkaufen und ich bin total  H A P P Y !

 

22.07.2012

Heute habe ich in Mikkeli das bedeutenste Pferderennen 2012 in Finnland besucht. Zwei junge Männer haben eine Million gewonnen.

Abends wieder Sauna und See.

 

23.07.2012

Nach Mänty zum Einkaufen gefahren. Hin und zurück 30 Kilometer. Da ich mich ordentlich verfahren hatte, wurden daraus am Ende 65 Kilo- meter.

Morgen treffe ich die örtliche Presse. Man kennt mich.. hihihi ;-)).

 

24.07.2012

Das heutige Interview mit der örtlichen Presse dauerte zwei Stunden. Es wurden auch einige Fotos gemacht.  Ich denke, dass ich so richtig in das Sommerloch passe, weil ja hier in den Ferien nicht viel passiert. Am Freitag erscheint der Artikel in der Zeitung.

Eben noch einen schönen großen Fisch gefangen. Somit ist das Abendessen auch gesichert.

DIE MÜCKE IN DAS BEIN MICH STICHT,

ICH NEHME SIE IN MEINE SICHT,

MIT SCHWUNG SCHLÄGT MEINE HAND SIE NIEDER,  

DIESE MÜCKE STICHT NIE WIEDER!

Da ich keine Malsachen mitnehmen konnte, muss ich mir die Zeit anders vertreiben.

 Der Fisch war lecker, hatte nur sehr viele Gräten.

Sauna und See. Trotz des Regens, der mal wieder den Weg zur Erde gefunden hat, alles sisu (super).

Ich lasse die Seele baumeln und finde gerade alles paradiesisch!

 

27.07.2012

In der Zeitung war dann tatsächlich ein Bericht mit Fotos. Eine ganze Seite hat man über mich berichtet.

 

28.07.2012

Aila hat mir angeboten, noch einige Tage bei ihr zu wohnen. Das Angebot nehme ich gerne an, weil ich die 250 Kilometer nach Helsinki ja gut in einer Woche schaffe.

 

30.07.2012

Seit 5.00 Uhr sitze ich am Ufer des Sees und sauge alles in mich auf. Morgen fahre ich dann Richtung Helsinki.

AUF DES UFERS STEG ICH SITZE

NEHME AUF DER RUHE KRAFT

AUF DEM SEE DIE KREISE BLITZEN

DIE VON FISCHEN WERDEN GEMACHT

AM ANDEREN UFER DIE VIELEN BÄUME

SPIEGELN SICH IM NASS

NEIN, ES SIND NICHT MEINE TRÄUME

ES IST WIRKLICH EINE PRACHT

 

Heute Abend der letzte Saunabesuch und noch einmal in den See eintauchen. Morgen geht es dann weiter.

Kiitos Aila!


31.07.2012

Seit heute Morgen wieder auf Tour. Das Wetter ist sehr angenehm zum Radfahren.

Meine Richtung ist Kouvula oder Lappenranta.

Bis ca. 30 Kilometer vor Kouvula bin ich gekommen und habe mich dann zur Ruhe begeben.

 

01.08.2012

Aila hat mir für morgen zwischen 13.00 und  15.00 Uhr bei ihrer Schwester und ihrem Schwager in Kotka eine Sauna bestellt, auf die ich mich schon sehr freue. Aila ist ein wahrer Engel.

Danke, liebe Aila !

 

02.08.2012

Ich bin in Karhula (gehört zu Kotka)  bei Ailas Schwester angekommen. Im Gartenhaus darf ich schlafen und vielleicht auch noch eine Nacht länger bleiben.

 

03.08.2012

Nach einem sehr guten und tiefen Schlaf gibt es gleich Frühstück und Kaffee. Die Sonne lacht. Was will man mehr? Ein Hoch auf das einfache Leben.

Carpe diem!

Da ich noch eine Nach länger hier bleiben darf, kann ich mich heute mal ohne Gepäck auf den Weg machen in Richtung Loviisa.

Übrigens: Meine Gastgeber sprechen weder Deutsch noch Englisch. Mit Händen und Füßen wird sich verständigt. Bei größeren Unklarheiten hilft ein kurzer Anruf bei Aila, und sie vermittelt dann.

Die Sonne lacht und ich fühle mich sauwohl!

 

04.08.2012

Im Regen mache ich mich auf in Richtung Loviisa. Gefahren bin ich teilweise auf der Landstraße 170. Sehr angenehmes Fahren. Anschließend wieder  Sonnenschein. Loviisa hat wunderschöne niedrige Holzhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die beim großen Stadtbrand 1855 verschont blieben. Ca. 5 Kilometer hinter Perjala habe ich meine Schlafstelle gefunden.

 

05.08.2012

Jetzt bin ich wenige Kilometer vor Porvoo und freue mich auf meinen ersten Kaffee heute, den ich sicher in Kürze irgendwo zu mir nehmen kann.

 

Nach 20 Kilometern habe ich Porvoo erreicht. Eine sehr schöne Stadt mit vielen bunten und  mittelalterlich wirkenden Holzhäusern in der Altstadt.

Und mal wieder ein ordentliches Gewitter. Nach einer Stunde aber auch wieder Sonne. Morgen geht es nach Sippo (schwedisch: Sibbo).

Leider ist - wie bei meiner Tour vor zwei Jahren - mein Fotoapparat wieder defekt.

Mir geht es gut, aber langsam ist die Luft raus und ich freue mich auf zu Hause.

 

06.08.2012

Alles gepackt, und  jetzt fahre ich nach Sippo und  weiter nach Helsinki. Die Sonne scheint netterweise wieder! Ich erwarte sehnsüchtig eine Tankstelle oder eine Bari, damit ich meinen Kaffee einnehmen kann.

Mein Ziel Helsinki bei Sonnenschein erreicht !

Hurra !

Eine nette Dame aus Neuwied hat mich auf den Stufen vor dem Dom in Helsinki fotografiert. Die Sonne scheint und ich bin glücklich, dass ich mein Ziel erreicht habe.

Bei mir ist die Luft nach den Wochen so ziemlich raus. Ich fühle mich aber super.

Im Osten von Helsinki (ca. 2 Kilometer von Itäkeskus) habe ich mich auf dem Campingplatz Rastilla eingefunden. Hier bleibe ich bis am Mittwoch. Dann bin ich mit einem Freund in Tuusula verabredet. Bei ihm kann ich dann schlafen und er fährt mich netterweise auch zum Flugplatz.

Gute Nacht!

 

09.08.2012

Die schöne und ereignisreiche Zeit geht heute für mich zu Ende. Ich freue mich auf zu Hause. Um 18:20 Uhr geht es mit den Flugzeug von Helsinki nach Düsseldorf

Kiitos Finnland! Ich denke bestimmt noch sehr lange an die schöne Zeit und die vielen, vielen  Eindrücke.

Danke und Grüße auch an all die netten Menschen, denen ich während meiner Tour begegnet bin. Ich melde mich aus Bonn dann wieder.

Die Sonne und der blaue Himmel zeigen sich noch einmal von der schönsten Seite.

Ich sage

Schweden: T A C K !

 Finnland:  N Ä K E M I I N !

Deutschland: D A N K E !

Vielen Dank auch an Hedi, meine Schwägerin, die mich visuell begleitet hat und dieses Tagebuch nach meinen Telf.-Kontakten mit ihr,  immer zeitnah erstellte.










 

 

 

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