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Robert Backhaus
Von Bonn nach Athen

Mit dem Fahrrad von Bonn über Rom nach Athen
(4. August bis 16. Oktober 2010)

Die Seite ist aus Kapazitätsgründen in Bearbeitung. Fotos werden nach und nach wieder eingestellt (Stand: 25.03.2012)

Bitte um Verständnis!

  

Vor der Tour:
Die gesamte Strecke ist rund 2.500 km lang.
Geplant ist, von Bonn aus den Rhein aufwärts bis nach Bregenz zu fahren. Von dort über Feldkirch, Bludenz, über den Arlberg nach Landeck. Dann nach Martina, hoch nach Nauders und weiter nach Naturns, Meran bis nach Verona. Danach weiter über Lucca, Pisa nach Rom und in südöstliche Richtung über die Abruzzen nach Foggia. Von dort nach Bari und evtl. bis Brindisi.
Hier fahren die Fähren nach Patras ab.
Von Patras über Korinth nach Ephidavros und zur Halbinsel Methana. Anschließend mit der Fähre nach Aegina bzw. weiter nach Piräus. Dann wieder zurück nach Ephidavros und 13 Tage lang nur die Seele baumeln lassen.
Schauen Sie auch mal hier herein:
www.epidavros-urlaub.de 
Das ist die Planung........Mal sehen wie sich die Reise am Ende dann entwickelt hat...................
Nach der Tour:
Aus geplanten 2.500 km wurden am Ende der Tour 5.000 km.
 
  
 
 
03.08.2010
Nachdem ich nun meine Berufskarriere beendet habe und mir die lieben Kolleginnen und Kollegen sowohl von der Firma als auch die vielen externen lieb gewonnen MitarbeiterInnen der Partnerunternehmen, diverser Verwaltungen, verschiedener Verbundgesellschaften etc. den Abschied doch letztendlich sehr schwer gemacht haben, möchte ich mich an dieser Stelle für all die guten Wünsche sowie die Abschiedsgeschenke recht herzlich bedanken.
Wie bekannt, bin ich schon seit Monaten total "heiß" darauf, mich auf den Drahtesel zu schwingen und in Richtung Athen aufzubrechen. Morgen ist es endlich soweit.
.........Jetzt jehts loo...oos.....!!!
     
 
04.08.2010
Start um 7.30 Uhr.
Zwischenstopp in Linz/Rhein; dort gefrühstückt. Weiter nach Koblenz-Arenberg. Bei Schwager und Schwägerin gut gegessen, getrunken und geschlafen.
 

05.08.2010
Abfahrt um 9.00 Uhr in Begleitung von fünf weiteren Radfahrern, die mich ein Stück auf den Weg bringen.

Ab Boppard ging meine Reise alleine weiter. Über St. Goar, Bacharach, Nierstein, Oppenheim - die Orte habe ich mir auch angesehen - endete meine Reise am zweiten Tag in Worms.


06.08.2010
Um 5.30 Uhr auf das Fahrrad und Richtung Altier, Speyer bis Germersheim, die Stadt der Sprachen. Hier auch wieder die Städte besucht.
 
07.08.2010
Ca. 5.30 Uhr aufgestanden bei kalten 12 Grad. Eine Stunde später losgefahren und über Wörl, Maximiliansaue, Karlsruhe nach Rastatt. Ab Rastatt mit einem einheimischen Radfahrer über Iffelsheim (Schleuse) bis Freistett gefahren.
Dann wieder - wie auch an den vorangegangen Tagen - mit Zelt in die Büsche und den wohlverdienten Schlaf angetreten.
08.08.2010
Ab 4.00 Uhr ging ein Gewitter mit starkem Regen auf mein Zelt nieder, sodass ich das Überzelt aufbauen musste. Um 6.30 Uhr habe ich mich trotz des schlechten Wetters auf den Weg gemacht und bin bis Kehl gekommen. Zunächst bin ich aber über die Staustufe des Rheins, die mit der größtem Fischtreppe Europas versehen ist , auf die andere französische Rheinseite gefahren. Leider fand ich hier keine Hinweistafeln auf mein Ziel Straßbourg. Bin dann nach einiger Zeit wieder über den gleichen Weg zurück, über den ich gekommen war. Auf der deutschen Seite ging es dann ziemlich flott bis nach Kehl. Über die Europabrücke bin ich dann, mein Fahrrad schiebend, nach Straßburg gelangt. Konnte zu diesem Zeitpunkt nicht im Sattel sitzen, da die in Maximiliansaue gekauft „Hämosalbe“ noch nicht wirkte. Nach dem Stadtbesuch wieder zurück nach Kehl und rheinaufwärts durch den wunderschön angelegten Park. Danach entlang des Hochwasserdamms bis Altenheim. In Altenheim habe ich eine gute Stelle zum Aufbau meines Zelts gefunden.
 
 
09.10.2010
Sehr früh wieder los nach Weisweil, Forchheim, Riegel und Emmendingen. Mein Vorderrad hatte einen Schaden und lief nicht richtig rund. Endingen, die schöne mittelalterliche Stadt, habe ich noch besucht und bin dann nach Eichstetten; dort fand ich eine Fahrradwerkstatt. Im „RadEck“ hat mir Frau Domschke geholfen und mein Rad repariert zu einem sehr guten Preis. Vielen Dank!
www.radeck-eichstetten.de   - info@radeck-eichstetten.de
Die Dreisam entlang ging es dann nach Freiburg. In der Stadt waren sehr viele Menschen unterwegs. Ich habe zwei junge Männer getroffen, mit denen ich mich unterhalten habe. Die beiden Männer wollen in 20 Tagen mit dem Fahrrad nach Moskau fahren. Dazu wünsche ich ihnen gute Fahrt und viel Glück.
In Bad Krotzingen habe ich einen Platz für den Zeltaufbau (hinter einem Maisfeld gegenüber der Kurklinik) Unterkunft gefunden und eine ziemlich kalte Nacht verbracht.
 
10.08.2010
Start um 5.30 Uhr in Richtung Heitersheim, Lörrach, Rheinfelden, Steinen, Bad Säckingen.

 

Alte Holzbrücke in Bad Säckingen

Ein sehr heißer Tag. In einer Pizzeria gegessen und die Gelegenheit erhalten, mein Handy aufzuladen.
Auf einem Bauernhof, der vor Waldshut liegt, konnte ich mein Zelt aufschlagen. Eine ca. 6 Wochen alte Hofkatze hat mir eine unruhige Nacht beschert, weil sie es sich auf meinem Innenzeltdach gemütlich gemacht hatte.
  

 

Kurzer Abstecher nach Freiburg

11.08.2010
Das Flüsschen Wutach, das ungefähr entlang der Bundesstraße 34 verläuft, entlanggefahren. Irgendwann musste ich aber auf die Bundesstraße wechseln. Viele Kilometer hat sie leider keinen Fahrradweg, sodass man über Feldwege, mit teilweise schlechter Beschilderung, geführt wird. Über einen steilen Anstieg ging es hoch nach Fützen.
Kurz vorher durch Zufall einen Haltepunkt passiert, an dem die Museumsbahn "Schweineschwänzle" hielt. Kurz angehalten, einige Fotos geschossen und weiter nach Randern über Hirzingen nach Singen, Radolfzell am Bodensee bis Stockach. Unterwegs den Hinweis auf Überlingen gesehen. Dort herzufahren ist besser als auf der blöden Bundesstraße.
Leider gab es aber direkt am Bodensee keine Möglichkeit, das Zelt aufzuschlagen bzw. sich in die Büsche zu schlagen. Bin dann mit dem Zug nach Friedrichshafen gefahren. Dort in einem Naturfreundehaus (Matratzenlager) übernachtet, da die Jugendherberge belegt war. Die ganze Nacht hat es in Strömen geregnet. Ich lag aber trocken und warm in meinem Schlafsack. Heute Morgen sieht es wettermäßig nicht besser aus. Trotzdem: die Tour geht weiter.
 
12.08.2010
Um 8.30 Uhr, nach einem ausgiebigen Frühstück, ging es weiter den Bodensee entlang. Ein kurzer Abstecher durch Wasserburg.  Es regnet und ich bin pitschepatschenass. Da es aber nicht so kalt ist, macht es mir kurioserweise nichts mehr aus. Nächstes Ziel ist Lindau. Von dort möchte ich nach Scheidegg fahren, um den Kollegen Gerd Krämer, der dort mit seiner Familie Urlaub macht, zu besuchen. Kurzer Anruf per Handy und es stellte sich heraus, dass er in Lindau weilte. Wir haben uns dann dort getroffen. Es war eine schöne Zeit, die ich mit den Krämers verbracht habe. Ich wünsche ihnen weiterhin noch eine gute Zeit.
   
Gegen 15.00 Uhr bin ich nach Bregenz gefahren, um dann von dort aus den Anstieg nach Langen in Angriff zu nehmen. Über Doren gings weiter nach Krumbach. So kurz vor 19.00 Uhr war ich bei lieben Freunden (Egon, Susi, Julia, und Simon). Ich sah wohl aus wie ein begossener Pudel. Die nassen Klamotten aus und ab unter die warme Dusche. Dies war eine Wohltat. Um 22.00 Uhr wie tot ins Bett gefallen und sofort eingeschlafen.  
Nach meinen Aufzeichnungen habe ich jetzt knapp 1000 km "in den Beinen".
 
13.08.2010
Heute Ruhetag. Ich freue mich auf einen Besuch bei einer "alten" Bekannten (Silvia).
 
14.08.2010
Heute bin ich über Alberschwende, Dornbirn, Feldkirch,

Rotes Haus in Dornbirn
 
   

Schattenburg in Feldkirch
nach Bludenz und dann weiter bis kurz vor Klösterle gefahren.

Dann in einer Grillhütte übernachtet. Ein einheimisches Ehepaar, das an der Hütte vorbei schlenderte, riet mir dort zu übernachten, da der Bandleader der Klostertaler (eine bekannte Band und mir völlig unbekannt) sein Abschiedkonzert gibt und 25.000 bis 30.000 Besucher des Openair Konzerts in Klösterle erwartet werden.

 Viele würden vermutlich nach dem Konzert, vielleicht auch angetrunken, hier vorbeikommen.  Weiter oben sei aber kein Platz mehr zum übernachten. Deshalb war meine Entscheídung klar: Ich bleibe hier!  Die Nacht war dann trotz der Vermutung des Ehepaars ruhig. Ich habe tief und fest geschlafen.
Die Grillhütte
15.08.2010
Mein heutiger Tourabschnitt brachte mich nach Stuben, am Fuße des Arlbergpasses bzw. Flexenpasses

 

In Stuben besuchte ich den Sonntagsgottesdienst. In der kleinen Kirche waren 12 Gottesdienstbesucher. Danach ging ich in ein Restaurant und habe einen Kaffee getrunken. Der Arlbergpass musste bei teilweise dichtem Nebel erklommen werden (heißt: Fahrrad schieben).
Von der Passhöhe ging’s dann in rasanter Abfahrt nach Landeck und weiter bis nach Pfunds am Reschenpass. Von hier fuhr ich mit dem Bus (2,90 Euro) nach Nauders. Wollte hier oben auf dem Campingplatz übernachten. Es regnete in Strömen und der Weg zum Campingplatz war noch ca. 5 km entfernt. Im Bereich eines überdachten Kassenhäuschen der Nauderser Seilbahnen fand ich ein trocknes Plätzchen und übernachtet dort. Vielen Dank! Leider ging gegen 21.00 Uhr die Flutlichtanlage an, sodass es hier oben taghell wurde. Aber wer ist schon so zimperlich...? Eben noch patschnass und jetzt schon wieder kritisieren. Ist nicht so ernst gemeint! Ich habe trotzdem ganz gut geschlafen.
 Mein Schlafplatz unter dem Dach des Kassenbereichs der Nauderser Seilbahnen
16.08.2010
Nachdem ich beim ersten Licht des Tages meine Sachen zusammen gepackt hatte fuhr ich weiter. Der Regen hatte aufgehört. Es war aber ziemlich kalt. Sobald ich aber in Bewegung war konnte man es aushalten. An der letzten Tank- und Raststätte vor der Reschen-Passhöhe trank ich eine heiße Tasse Kaffee. Dann war der höchste Punkt erreicht und von da an ging es nur noch bergab.

Das Wetter war nicht so prickelnd. Zwischendurch gab’s immer mal wieder eine Regenschauer. Aber der Fahrradweg war eine Wucht. Teilweise mit bis zu 19% Neigung ging’s Richtung Meran. Leider war der Fahrtwind verdammt kalt. Die hohen Berge, wie beispielsweise das Stilfser Joch, waren in den oberen Regionen mit  Neuschnee bedeckt.

Das kalte Wetter hat mich veranlasst, zügig in Richtung Süden zu radeln. So bin ich durchs Vinschgau nach Meran gelangt. Hier habe ich auf einem Campingplatz mein Zelt aufgebaut.
 
  Reschensee
 Meran
 17.08.2010
Von Meran ging es ab nach Bozen.
Sehr schöne Stadt, in der ich mich ein paar Stunden aufhielt. Weiter nach Salurn. Hier ist die eigentliche Sprachgrenze, obwohl der Übergang fließend ist. Ab jetzt wird mein Italienisch gefordert. Gelandet bin ich an diesem Tag in Trento. Das habe ich allerdings einer Begegnung mit einem polnischen jungen Mann zu verdanken. Er heißt BARTELOMIEJ. Wir trafen uns auf dem Weg nach Trento. Er sprach mich an und wir "quatschten" zunächst in Englisch und dann in Deutsch. Er war auf einer Pilgerreise. Die Zeit mit ihm verging für mich wie im Flug und im Nu hatten wir 20 km gemeinsam eradelt. Hätte ich ihn nicht getroffen, wäre ich früher vom Rad gestiegen und hätte einen Schlafplatz erkundet.
  
Bartelomiej
Ich hatte genug Kilometer an diesem Tag in den Beinen. Es kam dann so, dass sich unsere Wege trennten. Wir haben noch ein Foto gemacht, E-Mailadressen ausgetauscht und dann fuhr er einen "Zacken" schneller als ich von dannen.
Bin in Trento angekommen und habe mir noch die Stadt angeschaut.

   

Trento

Danach ging's wieder auf die "Piste", auf der ich Bartelomiej zum zweiten mal traf. Er hatte gerade für sich einen Schlafplatz gefunden. Ich fuhr weiter und fand meinen Schlafplatz so ungefähr nach ca. 3 km.

 18.08.2010
Nach dem Aufstehen erreichte ich nach kurzer Zeit ich Rovereto Ab jetzt befinde ich mich auf Goethes Weg in Italien!
Von Rovereto bin ich nach Torbele am Gardasee geradelt. Torbole liegt am nördlichen Teil des Gardasees, direkt an der Küstenstraße Gardesana Orientale. Der Ort selbst liegt 68 m über dem Meeresspiegel. Hier mündet die Sarca in den Gardasee, die diesen als Mincio bei Peschiera del Garda wieder verlässt

 

Gardasee in der Nähe vonTorbole

An diesem Tag die Küstenstraße entlang bis Lazise gefahren. Diese Stadt gehört bereits zur Provinz Verona und hat knapp 7000 Einwohner. Ich vermute, dass in der Sommersaison mehr Touristen dort sind als Einheimische. Unterwegs meine Kleidung gewaschen und selbst einen „Sprung“ in das warme Wasser des Sees getan. So wie Goethe es schon beschrieben hat kam nach dem Mittag ein starker Südwind auf, der einerseits das Fortkommen mit dem Fahrrad erschwerte, aber für die Skysurfer offensichtlich für einen Riesen Spaß sorgte.

In Laszise dann etwas außerhalb der Stadt mein Zelt aufgeschlagen. Sehr spät eingeschlafen, da der Autoverkehr sehr spät in der Nacht weniger und es damit dann auch ruhiger wurde.
 
19.08.2010
 Wieder zurück nach Lazise und dann nach Peschiera. Am Morgen auf die Fahrt nach Verona verzichtet, da mir ein Polizist erklärte, dass es einen Stau bis nach Verona gäbe. Habe es mir in einer Parkanlage gemütlich gemacht und vor mich hin gedöst.  Am Nachmittag dann ab nach Verona. Die Fahrt führte mich geradewegs auf die Autobahn. Es gab keinen Standstreifen auf den ich mich "zurückziehen" konnte. Gott sei Dank wurde gerade auf einer langen Strecke der Asphalt erneuert, sodass ich teilweise im abgesperrten Bereich fahren konnte. Auf dem letzten Stück verschmutzte ich mir allerdings dabei die Reifen und meine Schuhe mit frischem flüssigem Teer. Hatte noch viele Kilometer etwas davon. In Verona habe ich nur gestaunt, wie viele Menschen auch noch in Erwägung gezogen hatten hier hin zu kommen. Wegen der Ferien in Italien war Verona etwas überlaufen und der Bereich, von dem aus man den Balkon, unter dem Romeo der Julia seine Liebe gestand, sehen konnte, war aufgrund der Menschenmassen nicht zu besichtigen. 

 

 Verona


20.08.2010
Heute habe ich Mantova (Mantua)  besucht (Romeos Zufluchtsort) und einen Stadtrundgang gemacht.

Verdis Rigoletto spielt ebenfalls in Mantova. Andreas Hofer, der Führer des Tiroler Aufstandes, wurde in Mantova hingerichtet. Weiter nach Suzzara und den Po überquert. Übernachtet auf einem Bauernhof bei Mogline.
Meine Tochter hat heute Geburtstag.
 
 
 
  
 21.08.2010
Nebliger Morgen in der Poebene
Fahrt nach Carpi und anschließend nach Modena (Pavarottis Geburts- und Sterbeort). Modena ist auch Sitz der Familie Ferrari. Stadtrundgang.
  
 
 
 
22.08.2010

Ab jetzt hieß es: nur schieben in Richtung Passhöhe Abetone. Nicht sehr hoch (1398 m) aber weit. Noch bis Pozzo habe ich es geschafft. Hier bei einer albanisch sprechenden, aber schon seit 17 Jahren in Italien lebende Familie mein Zelt aufgeschlagen. Mit Lui, dem Patrone, einen Kaffee getrunken. Dann holte er seinen selbst gebrannten Grappa heraus. Ich muss sagen, dass Zeug schmeckte lecker.
Konnte hier auch duschen, was ein Wohltat war.

Vielen Dank für die Gastfreundschaftlichkeit!
PS: Im September 2011 bin ich mit meiner Frau, bei einem Italienaufenthalt noch einmal dort vorbeigefahren. Wir erlebten einen herzlich Empfang.

 

  

23.08.2010
Wieder viele Kilometer geschoben und den Pass erreicht!
 
 

Weiter ging es nach Bagni di Lucca, heißt ungefähr: Luccatherme und liegt noch etwa 25 km von Lucca entfernt.

Die Abfahrt von der Passhöhe war gigantisch. Zunächst 19 km nur abwärts.........geil! Zwischendurch mal die Bremsen kontrolliert, ob sie nicht zu heiß werden.

In  Bagni de Lucca habe ich mich in einem Hotel einquartiert. Die Besitzerin ist Deutsche. Das Haus ist sauber und einfach. Im nahe gelegenen Restaurant lecker gegessen und einen guten Wein dazu getrunken. Mit dem Wirt auf meinen Geburtstag angestoßen und noch einen und noch einen. Der Wein ging mir gut in den Kopf.  In dieser Nacht habe ich tief und fest geschlafen.

                                    

    

   

                                               

   

 

 

              

An dieser Stelle  möchte ich mich bei allen herzlich bedanken, die an meinem Geburtstag an mich gedacht, in mein Gästebuch geschrieben oder mir Glückwünsche per SMS geschickt haben.

Vielen Dank!!
24.08.2010
Heute den Tag in Lucca verbracht und mir die schöne Stadt mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten angesehen. Bevor ich nach Lucca kam, bin ich auf einem (man höre und staune)  Fahrradweg entlang eines kleinen sauberen Flusses gefahren.

Zwischenzeitlich ein kurzes Bad im Flussgenommen und einfach vor mich hin "gegammelt".
Dann, wie schon erwähnt, Lucca angesehen und herum geschlendert.
  

Anschließend ab Richtung Pisa. Nach ca. 5 km bei einer Familie auf dem Grundstück das Zelt aufgeschlagen. Im vorbei fließenden Bach konnte ich mich auch mal wieder waschen. 

25.08.2010
Bei der Fahrt nach Pisa (mulmig: musste durch einen 1,2 km langen Tunnel) war ich mal wieder sehr früh am Ziel. Hat den Vorteil, dass nicht alles so überlaufen ist. Nachdem ich das "Pflichtprogramm"  Schiefer Turm etc. erfüllt

 
und die entsprechenden Fotos geschossen hatte, ging's in den anderen Teil der Stadt. Auch sehr reizvoll.
  

 

  
Kaffee getrunken und dann Richtung "Mare", sprich Meer bzw. an die Mündung des Arnos gefahren.
Jetzt bin ich wieder in der Stadt und fand diesen Internet-Point, der auch
bezahlbar ist. In Lucca wollte man 4,50 € für 15 Minuten.

Werde jetzt den Arno weiter aufwärts fahren, um dann morgen oder
übermorgen Florenz zu erreichen.
 
26.08.2010 
Florenz
       

 

     

  
Den Tag in Florenz verbracht. Im Gegensatz zu meinem ersten Besuch vor einigen Jahren, hat mir heute Florenz sehr gut gefallen.
Auf diesem Weg grüße ich die drei Inter-Railer aus Hamburg, die sich auf dem Weg nach Rom befinden. Gute Weiterfahrt!Ich hatte nur um mich herum wieder ziemlich viele Menschen, die ebenfalls die Stadt besuchten.
Die Toskana hat mich so richtig aufgenommen mit ihren doch sehr hohen Hügeln. Es geht permanent rauf und runter. Es ist bei der sehr starken Hitze ziemlich anstrengend und ich freue mich immer wieder auf kleine Abfahrten, die ich nach den Strapazen richtig genießen kann.
 
27.08.2010
Heute habe ich mir die Stadt Volterra erkämpft, die in ziemlicher Höhe auf einem Bergrücken erbaut wurde. Eine wunderschöne Stadt mit einem landschaftlich sehr schönen Umfeld. Man sagt von Volterra nicht umsonst, dass sie die schönste Stadt der Toskana sei.
   
 
 
Verlasse jetzt die Stadt in Richtung San Gimignano. Hier schlage ich mein Zelt auf - ohne Überzelt. So kann ich den Himmel und die vielen Sterne sehen, die im Süden immer besser auf einen wirken. Tolles Gefühl!

28.08.2010
Morgens habe ich die Stadt San Gimignano vor den Touristen erreicht.
 
     
Über Val d'Elsa ging es dann weiter nach Siena auf den Campingplatz. Von dort bin ich am nächsten Tag mit dem Bus in die Stadt gefahren.
        

 
 
Im Stadtteil, der den Winter-Palio (historisches Pferderennen) am 16.08. gewonnen hat, habe ich mit netten Leuten den Sieg gut gefeiert. Die Leute hatten Stände aufgebaut, an denen es leckere belegte Paninis gab. Der Wein war auch lecker und zu zivilen Preisen zu haben. Viele Menschen, die hier wohnen, hatten sich die Ortsteilflagge umgebunden. Sie
sangen und tanzten. Gegen 22.00 wurde der "Pallio" von Kindern, die bunte Helme auf hatten, nochmals gelaufen. Der Kurs war mit rot/weißen Bändern abgesteckt. Der Wein floss in Strömen. Lecker...! 
    
 
        
 
29.08.2010
 
Mein Weg führte mich nach Montepulciano; die Stadt, die mal wieder auf einem Berg liegt und erkämpft werden wollte. Gegen 18.00 Uhr mein Ziel erreicht. Himmel und Menschen!
Es fand das jährliche "Bravio delle Botti" statt, das bekannteste und beliebteste Fest des Ortes. U.a. gibt es einen historischen Umzug, Fahnenschwenken, mittelalterliches Spektakel und einen Wettbewerb, bei dem 80 kg-Weinfässer eine Strecke von 1650 Metern die Straßen hoch gerollt werden müssen.
 
 
Leider konnte ich nur den Schluss des Zuges erleben bzw. ihn auf einer Leinwand verfolgen. Von dort aus fuhr ich dann weiter,  um einen Schlafplatz zu finden. In einem alten verlassen Gehöft, das wir Erwachsene uns vielleicht als Kind wie beim Dornröschenschloss vorstellten, weil es total zugewachsen war. Habe gut geschlafen.
 
 

 
30.08.2010
 
Fahre jetzt durch den einsamen Teil der Toskana. Kaum Autos, kaum Menschen und auch die Orte liegen weit auseinander. Ziel ist zunächst Radicofani. Ein Ort, der - wie soll es in der Toskana auch anders  sein -  auf einem Berg liegt. Er hat eine Burg auf der Bergspitze.
 
 
 
 
 
Fahre, schiebe, fahre ca. 20 km und das ohne Frühstück.
Unterwegs auf einem Bauernhof noch Wasser "getankt". Ehe ich weiter fuhr, spielte ich noch mit 2 kleinen Hunden, die auch einen kleinen verschüchterten Welpen hatten. 
 
          
 
Das Wetter scheint sich zu ändern. Dunkle Wolken wo man hinschaut. Im Ort angekommen, halte ich zunächst Ausschau nach einem Elimentari (Lebensmittelgeschäft) und kaufe ein. Danach wurden die Sachen verzehrt. Dann durch den Ort gegangen und in einer Bar einen Kaffee getrunken.
Jetzt ging es mir wieder super gut. Bin dann noch bis Sorano gefahren, einen Ort den ich mit meiner Frau schon einmal vor Jahren besuchte.
 

 
Hier übernachtet. Es war eine windige und kalte Nacht. Gefühlte 10 Grad.
   
31.08.2010
Über Pitigliano 

     

   
nach Bolsena. Der Ort liegt inmitten der vulkanisch entstandenen Monti Volsini am Bolsenasee, einem durch Einsturz einer Caldera (Magmakammern) entstandenen Kratersee. Der Vulcano Vulsinio begann seine vulkanische Tätigkeit vor ca. 600.000 Jahren und war zum letzten Mal 103 v. Chr. aktiv.
  
Halte mich nicht lange hier auf, da der Ort voller Touristen ist (ich gehöre
natürlich auch dazu) und er ist aus meiner Sicht auch nicht sehr schön (abgesehen vom alten Ortsteil). Der See ist wunderbar anzuschauen. Das Wasser ist klar und sauber. In der Mitte des Sees fanden oder finden  Unterwasser-Ausgrabungen statt. Man fand hier ein Dorf  (??? Jahre vor Chr), das mindestens 4-mal abgebrannt sein soll. (Habe ich so mit meinen Englisch- und Italienischkenntnissen aus den Infotafeln herauslesen können).
Weiter geht die Fahrt nach Montefiascone, auch Balkon des Bolsenasees genannt, da die Stadt nicht direkt am See liegt, sondern sich bis über 600 Meter nach oben erstreckt. Dementsprechend muss ich wieder schieben. Die Aussicht hier oben entschädigt einen aber dafür. Von der höchsten Stelle aus, der Burg (Rocca), kann man nach Norden hin den See Bolsena in seiner Gänze betrachten und in westlicher Richtung die Riviera sehen. Gigantisch!

 

    
 
Nach dem Besuch der Stadt muss ich mich langsam mal nach einem Schlafplatz umschauen. Ich muss leider auf die Hauptstraße (in Deutschland Bundesstr./Schnellstr o.ä. genannt) Richtung Vitebero fahren. Die Fahrt wird zu einem Risiko. Die Autos rasen in geringem Abstand an mir vorbei. Vater unser und/oder A....loch oder ähnliches schreie ich nur so hinaus. Bei der nächsten Abfahrt (ging Richtung Marta) fahre ich ab und finde nach ca. 3 km einen geeigneten Platz zum Zeltaufbau.
 
 
01.09.2010

Heute hat meine Schwiegermutter Geburtstag: Herzlichen Glückwunsch!
Muss ich gleich mal anrufen!
Mit dem heutigen Tag ist mein Urlaub beendet und ich habe offiziell meine Berufskarriere beendet.
 
 


Da ich immer früh unterwegs bin, ist die Fahrt nach Viterbo nicht mehr so anstrengend bzw. muss nicht ganz so konzentriert gefahren werden wie am Abend zuvor. Es sind weit weniger Autos unterwegs. Viterbo ist wie alle Städte, die ich bisher gesehen habe, auch aus dem Mittelalter.
 
 
Es werden an verschiedenen Stellen Tribünen aufgebaut. Am Sonntag findet dort ein Autorennen statt.
Nach 3 Std. geht's mal wieder bergauf zur Passhöhe. Sie liegt 850 m hoch. 
Das klingt nach nicht viel, ist aber wie beim Apennin (Abetone) weit entfernt. Stetig geht es hoch auf einer Länge von ca. 12 km.
 
Rechts der Straße liegt auch ein See -LAGO DE VICO- (kleiner als der Bolsena). Er ist in ein Naturschutzgebiet eingebunden, deshalb nicht voll zugänglich.
 

 
Von der Passhöhe wieder eine schöne lange Abfahrt. Schade, denn das muss man vermutlich auch wieder irgendwo rauf. In Monterosi musste ich auf eine vierspurige Autobahn (nicht die kostenpflichtige Autostrada) - in Deutschland kaum vorstellbar radeln. Ich fahre max. 25 - 30 km. Die Autos 100 und mehr (erlaubt sind 90). Nach ca. 5 km habe ich die Schn... voll und fahre rechts ab zum See LAGO DE BRACCI. Ist zwar Richtung Rom ein Umweg, aber gibt es für mich überhaupt Umwege?? Habe doch sooo viel Zeit.
Am See angekommen sehe ich, dass viele Campingplätze bereits geschlossen sind. Die Saison ist Ende August beendet, da dann die Italiener Ihre Ferienzeit ebenfalls beenden. Unschön finde ich, dass der übrig gebliebene Müll in die Landschaft gekippt wird. Das gibt's in Deutschland zwar auch, aber in einem Gebiet, in dem der Tourismus so wichtig ist, ist es für mich unverständlich.
 
 


In ANGUILLARA SABAZIA (Anmerkung für Volker: Hier warst Du evt. vor ein paar Wochen bei deinem Rom-Besuch) decke ich mich mit Lebensmitteln ein und fahre weiter.
   
Im Vorort LA STRORTA von Rom schlage ich mich in die Büsche und stelle mein Zelt auf. Das Gelände ist eigentlich eingezäunt. Der Zaun wurde aber vermutlich erst vor kurzem durch ein Autounfall derart beschädigt, so dass man ohne Problem das Gelände betreten kann.
 
02.09.2010

Heute Morgen bin ich gegen 8.00 Uhr in Rom auf dem Petersplatz angekommen. Es war schon ergreifend für mich hier zu stehen. Blauer Himmel und Sonnenschein. Suuuper!!!    

 
Einen Herrn der Schweizer Garde habe ich nach einem sicheren Platz für mein Fahrrad und meine Habseligkeiten gefragt. Leider kannte der sich nicht aus. Trotzdem: irgendwo fand ich eine Stelle, die mir einigermaßen sicher erschien. Alles gesichert, mich umgezogen, damit man mich auch in den Petersdom lässt und los.

Habe mir, obwohl ich jetzt schon das 3 Mal hier bin, den Dom langsam zu Gemüte geführt. Konnte an einer Messe teilnehmen (in Italienisch). Hatte alles schon was. Werde ich wohl nie vergessen.

Nach ca. 3 Stunden Besichtigung etc. entschied ich mich nicht nach Ostia zu fahren, sondern zu dem Campingplatz "Tiber Camping" im Norden Roms. Der Ort heißt PRIMA PORTA. Habe mich aber so oft verfahren, dass ich bestimmt 25 km dafür benötigte.
 
    
Aber der Platz ist gut. Kostenloser Busverkehr zwischen Platz und Bahnhof. Benötige hier also kein Fahrrad. Das wird von mir hier näher inspiziert und bekommt neue Bremsklötze. Insgesamt kann ich sagen: "Das Fahrrad ist schon sehr gut. Hat mich bisher, abgesehen von dem Fabrikationsfehler des Schwalbe Reifens, nicht im Stich gelassen. Ich hoffe auch, dass das so bleibt.
Am Abend leckeren Wein getrunken und sehr gut geschlafen.

Habe heute die 2500 km-Marke überschritten. Darin sind natürlich nicht nur die Entfernungs-Kilometer BONN-ROM-ATHEN enthalten, sondern alle die Meter, die ich das Fahrrad durch die Städte oder Orte geschoben habe  bzw. eine Menge von Umwegen gefahren bin.  
03.09.2010

Heute mit dem Bus und der Bahn nach Rom in die Innenstadt gefahren. Alles so angeschaut was man sich  in Rom anschauen sollte. Rom ist schon eine gewaltige Stadt. Alles ist so übermäßig groß. Teilweise atemberaubend.
  
 
 

 
04.09.2010
Heute einen richtig faulen Tag gemacht. Fahrrad nicht angeschaut. Nur am Pool gelegen und so rumgedöst.

05.09.2010
Um6.00 Uhr aufgestanden. Zelt abgebaut, verstaut und Fahrrad gepackt. Ist mittlerweile ein fester Bestandteil und läuft immer gleich ab. Mit Frühstück benötige ich ca. eine Stunde für diese tägliche Prozedur.
Dann also ab nach Ostia. Über einen Fahrradweg am Tiber entlang geht's in die Innenstadt. Man kommt am östlichen Flügel des Petersdoms an. Noch ein letztes Foto und dann ab nach Westen. Kann ja nicht so schwer sein Ostia zu finden.
Weit gefehlt. Mit Stadtplan und der Info von 2 Polizisten wurde ich auf die Autobahn gelotst. Supertoll. Irgendwann war es mir zu gefährlich, und ich bin an der nächsten Ausfahrt abgefahren. Mit meinen Kompass, den ich dabei habe, versuche ich über die Nebenstraße nach Ostia zu kommen. Nach fast 2,5 Stunden und schon 35 km auf dem Tacho war von Ostia nichts in Sicht. Jemanden gefragt, der mir dann den Weg erklärte. Überrascht war ich, dass dieser Weg durch einen Wald führte, in dem in unregelmäßigen Abständen Prostituierte standen. Das ganze zog sich über ca. 4 bis 5 Kilometer hin. 
Irgendwann sah ich dann einen Hinweis Fiumicino. Das ist der richtige Weg. Endlich war ich auf dem richtigen Weg und Ostia Antica konnte kommen. Habe die Ruinen besichtigt. Konnte mich einer deutschen Reisegruppe anschließen, die einen Fachmann bei sich hatten.
 

 
  
Von Ostia Antica bin ich dann weiter nach Ostia Lido gefahren. So etwas habe ich noch nie gesehen. Auf einer Strecke von ca 12 km nur abgestellte Autos und Motorroller am Straßenrand. Hier war am Strand der Teufel los. 
Einen Schlafplatz konnte ich erst in der Nähe von Pomezia finden. Das war nach der Pause in Rom heute ein sehr anstrengender Tag.
06.09.2010
Es geht nach Castello Gandolfo. Liegt sehr schön. Muss wieder alles "erwandert werden".
   
     
Bin jetzt in Cisterna di Latina in Richtung Latina unterwegs. Hoffe, dass ich bald einen geeigneten Schlafplatz finde.
 
07.09.2010
Jetzt bin ich kurz vor Ceprano, 21 Kilometer vor Frosinone, und Rom liegt schon  gut 100 Kilometer hinter mir. Ich frage mich, wo die Kraft und Ausdauer herkommt? Die Motivation zu fahren resultiert aus einer immensen Neugierde nach dem was vor mir liegt und was mich dort erwartet. Es kribbelt richtig. 
Einen Schlafplatz zu finden ist oft sehr, sehr schwer. Alles ist eingezäunt und dann sind da noch die Hunde, die in den eingezäunten Bereichen nachts frei herum laufen. Dies hält viele Landwirte davon ab, mir die Möglichkeit zum Aufbau des Zelts zu geben.  Heute schlafe ich unter einem Feigenbaum, der nur  in einer kleinen Senke  4-5 m abseits der Straße steht. Das bedeutet zunächst mal viel Lärm bis gegen 22.00 Uhr. Dann lässt meistens der Autoverkehr nach und ich falle in einen tiefen Schlaf (fast immer bis so gegen 4.00 Uhr) Dann wird es wieder laut. Der Abgasgestank ist ekelhaft. 
Vor dem Start in Deutschland hätte ich es mir überhaupt nicht vorstellen können, dass ich unter solchen Bedingungen einschlafen kann. Es scheint alles eine Gewohnheitssache zu sein.
     

 Hier kann man sehen, wie weit ich von der Straße weg liege
 (zufällig kein Auto zu sehen)     
 
08.09.2010
Durch Regen bin geweckt worden. Was tun? Liegen bleiben und auf das Ende des Regens warten?  Der Regen lässt nach und ich baue mein Zelt ab. Werde zwischenzeitlich doch pitschnass. Es kam eine Schauer nach der anderen.  Fahre nach Cassino. Die Fahrt war - von den Witterungsbedingungen abgesehen - sehr entspannend. Es gab kaum Autoverkehr und diese Ruhe tat meinem Trommelfell bzw. meiner Psyche gut. In der Touristinformation
 
in Cassino  erkundigte ich mich nach dem Stadtteil Monte Cassino, da ich ihn besuchen wollte. Als ich aber hörte, dass der Weg dorthin 8 km schieben bedeutete, entschied ich mich dies nicht zu tun. Ich hatte keinen "Bock".

Ein Italiener, der vor Jahren in Oberhausen gearbeitet hatte und gut Deutsch sprach, empfahl mir, mich mit Lebensmittel einzudecken und dann doch dort hoch zu fahren/schieben. Man könne dort gut übernachten und es ist total ungefährlich. Vor allen Dingen sei es sehr ruhig. Trotz der Empfehlung fuhr ich nicht den Berg hoch, sondern radelte noch bis ca.15 Kilometer vor Isernia. Hierbei galt es u. a. auch wieder eine Steigung von ca. 5 km Länge zu überwinden.

An einem Obststand zwei Nektarinen gekauft und die Polizei an einer Radarfalle beobachtet. Wer hier in die Falle tappt ist selber schuld. Die mobile Messstation, übrigens auch die stationären Stationen, werden weit vorher schon angekündigt.
Nachdem ich das Obst verzehrt habe fahre ich weiter und treffe auf eine alte Dame (schätze 70 oder älter), die frische Feigen verkauft. Wir unterhalten uns, soweit das mit Händen und Füßen geht. Beim Abschied schenkt sie mir drei Feigen, die sehr süß und lecker schmeckten. Danach führte mich der Weg geradewegs durch einen Tunnel, den ich in  Windeseile überwand. 
Ich finde ein Nachtlager in einer Olivenplantage und baue mein Zelt auf. Es stürmt mittlerweile ganz kräftig. Ich liege im Zelt als es anfängt zu regnen. Der Regen wird immer stärker und die Dichtigkeit des Zelts lässt nach. Ich werde nass. Nachdem die erste anständige Schauer vorbei ist, zurre ich das Zelt noch fester in der Hoffnung, dass es trocknet und der nächsten Regenschauer standhält.
Weit gefehlt. In der Nacht gehen 3 Gewitter über mir los. Der Regen prasselt nur so auf das Zeltdach. Schlafsack und ich sind nass. Super toll ist das. Schnatternd vor Kälte verbringe ich die Nacht.

09.09.2010
Der Regen hört gegen 4.30 Uhr auf. Döse schnatternd bis 6.30 Uhr und baue dann das Zelt ab. Als ich soweit gepackt hatte, musste ich mit dem Fahrrad durch den aufgeweichten Lehm zur Straße. Fahrrad und meine Schuhe waren total voller Lehm. Ich konnte mich nur "notdürftig" von diesem Dreck befreien. In der nächsten Bar Cappuccino getrunken und 1,5 Liter Wasser gekauft, mit dem ich mich waschen konnte. Die Leute haben mich natürlich ganz merkwürdig angeschaut. Man konnte es ihnen auf der Stirn ablesen, was sie dachten, nämlich: " wo kommt der verdreckte Typ her?"  oder so etwas ähnliches.
Unterwegs dann das Zelt und Schlafsack getrocknet, da, man höre und staune, die Sonne heraus kam. 

Die Stadt Iserina besucht. Später zwei Angriffe von Hunden abgewehrt.  In Bojano habe ich in einer aus Beton gebauten Haltestellenüberdachung übernachtet.

   
 
10.09.2010
Seit 5.30 Uhr mal wieder Regen. Trotzdem Aufbruch nach Campobasso. Die Stadt gefällt mir nicht.

Auf in die Abruzzen. Der Regen wird immer mehr. In einer Bar zwei Tee zum Aufwärmen getrunken. Nach weiteren 20 Kilometern noch einmal das Ganze wiederholt. Die Gäste, meist LKW-Fahrer interessieren sich sehr für mein Fahrrad und alles andere, woher ich komme, wohin ich fahre etc. Nach ca. einer Stunde geht's weiter, wobei nach  5 Kilometern ein Anstieg, eine Tunnelfahrt von 1,4 Kilometern und dann eine Abfahrt von 6 Kilometern folgten. Ich war bis auf die Haut nass und mir war es kalt. Deshalb bin ich in der B&B Pension Planisium in Volturino abgestiegen. Die warme Dusche und ein Bier weckten die Lebensgeister. Das warme Bett tat sein  übriges dazu. Ich schlief wie ein Murmeltier. 
Diese Regentage haben mein Seelenleben das erste Mal auf der Tour nach unten gezogen.  Aber was soll’s. Auch so etwas gehört zu den Erfahrungen einer solchen Tour 
11.09.2010
Nach dem Frühstück, das nach italienischem Standard super toll war, fahre ich Richtung Luccera. Ich fühle mich wieder super gut und fit. Bis auf die Schuhe ist alles über Nacht getrocknet. In Luccera decke ich mich mit Lebensmitteln ein (Euro Spar). Eine Polizeikontrolle wird vor dem Spargelände aufgebaut. Mir ist schon etwas schauerlich, da die Polizisten Ihre schusssicheren Westen anziehen und die MP's "auspacken" . Ich frage mit meinem wenigen Italienisch, ob es denn hier so unsicher sei? Antwort cosi cosi, was soviel bedeutet, wie: kann sein, kann aber auch nicht sein. Frage die Polizisten dann nach dem Weg nach San Giovanni de Rontondo (hier wirkte Pater Pio). Sie empfehlen mir, über Foggia dorthin zu fahren. Foggia ist doch auch unsicher? Si, si, cosi cosi. Ich fahre also los. Durch die Vororte von Foggia habe ich doch ein mulmiges Gefühl.
Teilweise musste ich über die Autobahn fahren, da keine andere Straße vorhanden ist. Auf der Strecke sehe ich wieder Prostituierte am Straßenrand. Diesmal sitzen offensichtlich die Zuhälter mit dabei. 
Es fängt wieder an zu regnen. Muss jetzt rechts abfahren und unter der Autobahn durch eine Unterführung. Denke, dass ich mich dort für die Dauer der Schauer aufhalten kann. Weit gefehlt. Hier verrichtet eine Prostituierte gerade ihr Geschäft. Ich also weiter, und ich war mal wieder nass. Egal, die Sonne kam wieder und im Nu war ich trocken.
 
 
         
Unter einem Olivenbaum traf ich eine Familie mit 2 Kindern, die mich zum Picknick einlud. Sie sagte so ungefähr: mangiare il corso.  Sie kamen aus Sizilien und waren zuvor am Wallfahrtsort von Pater Pio. Sie statteten mich nach dem Picknick noch mit Proviant aus (1/2 Brot, Wurst und 1,5l Wasser) und dann verabschiedeten wir uns.
 
 
   
Nach ca. 2- 3 km sprach ich eine ältere Frau an, die am Straßenrand stand. Sie meinte, ich soll piano machen. Wenn ich mich überanstrenge, sei ich schnell bei Pater Pio im Himmel. Ich lachte, gab ihr die Hand und verabschiedete mich. Der Weg nach Giovanni de Rontondo ist wirklich steil. Ich dachte: was tue ich mir eigentlich an? Aber, wat mutt datt mutt. Den Besuch bei Pater Pio habe ich mir richtig  erkämpft.
 
 
 
 

Der Ort ist der dritt meist besuchte Wallfahrtsort der Welt, weil dort Pater Pio auch beerdigt ist. Das hat was!!!
Millionen von Menschen pilgern jedes Jahr hierhin. Heute war es aber nicht so doll. Bei Pater Pio zeigten sich die Wundmale, und er wurde 2002 heilig gesprochen. Nach dem Besuch der Kirche, des Grabes etc. fuhr ich den Weg, den ich herauf gekommen war, wieder hinunter. Allerdings nur ca. 3 km. Hier fand ich einen wunderschönen Schlafplatz. Freier Blick über
die Ebene (Zelt steht ungefähr in einer Höhe von ca. 400 m). Die Riviera liegt von meinem Zelt aus in östlicher Richtung blau im Hintergrund. Einfach toll. Nachteil ist, dass es stark windig ist.
 
 
Als die Dunkelheit kam, verschwanden die Wolken und es tat sich ein wunderschöner Sternenhimmel auf. Bei uns zuhause, aufgrund der vielen Lichtquellen nicht so schön auszumachen.
 
12.09.2010
Gegen 6.00 Uhr aufgestanden und nach Manfredo (18 km) gefahren, um von dort aus, nachdem ich mir die Stadt angeschaut hatte, nach Foggia mit dem Zug zurück zu fahren. Das Ticket hierfür in einer Bar gekauft (2,40 Euro).
Bin im Führerstand mitgefahren, da mein Fahrrad hinter dem Führerstand untergebracht werden musste.
        
     
     
In Foggia in einem Hotel abgestiegen, da es heute keinen Zug nach Bari mit Fahrradbeförderung gibt. Morgen geht's dann los. Schätze entweder um 7.00 oder um 10.00 Uhr.
Habe heute leider meinen Tachometer verloren, sodass ich ab jetzt meine Kilometer-Aufzeichnungen nur schätzen kann. Bis hier nach Foggia bin ich 3100 km geradelt, habe geschoben etc., Stadtrundgänge inbegriffen. PS: Habe nach der Bahnhofswaage in Foggia 7 kg abgenommen. Fühle mich aber immer noch topfit.  Der Tachometer ist wieder aufgetaucht, sodass ich meine gefahrenen Kilometer ab jetzt wieder nachhalten kann
 
13.09.2010
Jetzt bin ich in Bari angekommen und habe einen schönen Rundgang durch die Altstadt unternommen. Nette Leute (deutsche und italienische) getroffen. Um 20.00 Uhr fahre ich mit der Fähre nach Patras. Morgen werde ich Patras um 12.00 Uhr erreichen.
  
  
   
 
   
 
 
 
 
 
 
Italien, du worst joot!!!!

oder Gracia Italia
 
  
 
14.09.2010
…auf nach Griechenland!
  

 
Mittags bin ich in Patras (Griechenland) bei schönstem Sonnenschein angekommen.
Treffe hier zunächst auf die streikenden LKW-Fahrer. Sie protestieren gegen die EU-Öffnung für ausländische Speditionen. Ich dachte, dass sie wegen der hohen Benzin -und Dieselpreisen streiken. Später, als ich irgendwann mal bei Lidl einkaufen wollte, sah ich das Ergebnis. Es waren so gut wie keine Waren im Geschäft. Auf einer Kundeninfo (auch in Deutsch) las ich, dass wegen des Streiks keine Waren angeliefert werden.
Zum Abschied klopften mir einige Trucker kameradschaftlich auf die Schulter und wünschten mir viel Glück.
  
    
Danach fuhr ich zur Kirche des des hl. Andreas. Hier wird als Reliquie der Schädel des hl. Andreas verehrt.
 
Dann plane ich über Pirgos nach Olympia zu fahren. Olympia liegt ca. 110 km von Patras entfernt. Bin jetzt in Lapas, und 2 km hinter diesem Ort finde ich einen guten Schlafplatz. Baue das Zelt auf, esse noch etwas und falle in einen tiefen Schlaf. Die Nacht auf dem Schiff war zu laut zum schlafen. Fühle mich trotzdem ganz wohl. 
 
15.09.2010
Heute führt mich mein Weg von Pirgos, nach Olympia. Hier wird alle 4 Jahre das olympische Feuer mit einem Brennspiegel (ähnlich wie Brennglas) entfacht und von dort aus dann zu dem jeweiligen Austragungsort gebracht. Schon in der Antike wurden hier in Olympia sportliche Wettkämpfe ausgetragen. Die Sportler wohnten teilweise hier und hatten außerdem entsprechende Wettkampf- und Trainingsstätten.
Natürlich: 
Zwei Hundeangriffe habe ich heute schon erfolgreich abgewehrt bzw. ich bin vor ihnen abgehauen. Hier laufen mehr Hunde frei herum als in Italien.
     
Ich habe vor Kalithea (übersetzt: gute Aussicht)  einen wunderschönen Platz für diese Nacht mit einem sagenhaften Ausblick gefunden. Mutterseelenallein, nur der Mond und die Sterne über mir; auch keinen Besuch von Odysseus oder Aphrodite gehabt.  Unbeschreiblich! 
   
 
Mir geht es so richtig gut und ich bin rundum zufrieden mit allem, vor allem schmeckt der Wein, den ich mir für den Abend gekauft habe.
16.09.2010
Nach einer sehr schönen und ruhigen Sternennacht erst um 7:45 Uhr (eigentlich schon spät)aufgestanden (das kam vom Wein). Zunächst wieder eine kurze Abfahrt und dann mal wieder schieben. Vorbeifahrende Autofahrer hupen und grüßen.
Als ich so ca. 10 km gefahren/geschoben hatte erreiche ich eine Tankstelle, an der ich ein Kaffee bestelle und mein Handy auflade. Die junge Frau, die mich bediente, treffe ich später mit einem Kollegen als "Köhlerin", die die Holzkohle in Säcke umfüllt.  
  
 
Weiter nach Kalithena. Dies ist ein kleiner Ort in den Bergen. Kaufe hier in einem Lebensmittelladen ein. Brot gibt’s aber hier nicht zu kaufen. Der junge Verkäufer bittet mich um etwas Geduld und kommt nach ca. 10 Minuten mit einem Brot, dass er in einer Bäckerei für mich besorgt hat zurück. Fand ich ausgesprochen nett.
In der Ferne braut sich ein Gewitter zusammen, sodass ich mich nach einem Schlafplatz umschauen muss. Ca. 5 km nach dem Ort Andritsena, der sehr schön restauriert wurde, finde ich eine Art Wartehalle. Dies ist besser als im Gewitter nass zu werden. Muss den Schlafplatz zunächst etwas säubern. Er ist total verstaubt. Es ist aber eine Bank vorhanden, die ich mit meinen 1,98 m Länge gut nutzen kann. Das Gewitter kam dann doch nicht. Ich musste trotzdem in diesem Häuschen bleiben, da es mittlerweile dunkel geworden ist. Die Nacht werde ich aber nie vergessen. Es kamen unzählige Plagegeister in Form von Moskitos in diese "Hütte". Trotz Gegenmittel wurde ich von vielen durch die Kleidung gestochen. Auch haben mich insgesamt 3 Hunde besucht. Gott sei dank folgten diese aufs Wort ihrer Besitzer, die mich in dem Unterstand aber nicht sehen konnten. Das Pfefferspray hatte ich immer griffbereit neben mir liegen. Habe es aber letztendlich nicht gebraucht. In dieser Nacht habe ich so gut wie nicht geschlafen.
17.09.2010
Nach dem das erste Tageslicht hinter dem Bergrücken hervorkam bin ich weiter gefahren. Nur 500 m von  meinem Schlafplatz entfernt kam ich durch einen kleinen Ort, dessen Namen ich aber nicht mehr weiss. Dann folgten wunderschöne erholsame Abfahrten bis Megalopolis. Leider war es zunächst mal wieder gefühlte 10 Grad kalt. Mit zunehmendem Sonnenschein wurde es aber immer wärmer. Nach dem ich in Megalopolis auf dem Markt mich mit Lebensmittel eingedeckt hatte, verließ ich die Stadt. Da die letzte Nacht für mich nicht all zu lange dauerte, baute ich an einem ruhigen Ort, außerhalb der Stadt, hinter einem Friedhof mein Innenzelt (wegen der Moskitos und anderem Getier) auf und schlief rund 3 Stunden. Das weckte die Lebensgeister. Ich bin dann froh gelaunt weiter bis nach Meropi gefahren, wo ich einen guten Schlafplatz fand.
18.09.201
Bin auf dem Weg nach Kalamata.  Habe unterwegs einen gegrillten Maiskolben gegessen der sehr lecker schmeckte. Die Dame die die Kolben an der Straße grillt und verkaufte, würzte ihn mit Salz.  Hatte ich vorher noch nie so gegessen. An der in der in der Nähe plätschernden Quelle konnte ich auch meine Flaschen wieder mit frischem Wasser füllen.
 
  
Bevor ich Kalamata ereichte, genoss ich zuvor eine kilometerlange Abfahrt, bei der ich ca. 800 Höhenmeter hinab rollte. Am Strand, an dem sich nicht so viele Menschen aufhielten, ging auch ich schwimmen. Hier konnte ich mein Fahrrad so abstellen, dass ich es vom Wasser aus immer gut im Blick hatte.
    
       
Dann ist mir leider mein Fotoapparat kaputt gegangen. Nach längerem Handeln in einem Geschäft habe ich mir für einen anständigen Preis einen neuen erstanden. Benötige die Fotos u. a. auch als Gedächtnisstütze für meine Tagebuchaufzeichnungen.
Die Weiterfahrt  nach Mistra bzw. Sparta gestaltete sich anstrengend. Bei sengender Sonne ca. 20 km geschoben. 700 Höhenmeter rauf, dann wieder runter und dann wieder 700 rauf. Erst dann kam ich wieder in ein Dorf. Die Straße führte im Tal entlang an steilen teils senkrecht abfallenden Felswänden vorbei. Es lagen viele Gesteinsbrocken auf und neben der Straße. Ob mein Fahrradhelm einem Steinschlag standhält?  .......Nur nicht dran denken!.....und weiter.  
 
Ein griechisch- und deutsch sprechender Spanier, der mit Tochter, Sohn, Schwiegertochter, Schwager und Schwägerin hier in einer Taverne saßen, hatten mir zur Erfrischung ein leckeres Bier ausgegeben. Vielen Dank und liebe Grüße von hier aus.  Außerdem hat er mir noch "gestanden", dass ich morgen auf ca.1400 Meter muss (Schöne Aussichten) Somit kann ich mich darauf schon mal innerlich vorbereiten.
 
  
Außerhalb des Ortes finde ich einen passablen Schlafplatz. Schnell das Zelt aufgebaut, denn es ist schon 20 Uhr und die Dunkelheit wird in wenigen Minuten da sein.
19.09.2010
Jetzt fahre ich in Richtung Osten nach Mistra (Mystras) im Taygetosgebirge. Mystras wurde zum legendären Ort, weil Goethe im zweiten Teil seiner Faust-Dichtung hier Faust und die schöne Helena einander begegnen ließ.
10 Kilometer lang habe ich mich und das Rad heute auf eine Höhe von rund 1370 Meter geschoben.
             

 

 
     
Die Aussicht entlohnt mich für die Strapazen. Sitze in einem Restaurant auf der Passhöhe auf 1370 Meter und genieße meinen Frappe und eine Art Corssant mit Schafskäse.

 
  
Die Abfahrt war wieder super g....

 
Heute gönne ich mir ein Mittagessen, weil sonntags das Einkaufen in dieser Einsamkeit nicht möglich ist.
 
 

  
Von hier aus sind es nur noch wenige Kilometer bis Mystra.
 
   
  
 
Weiter geht’s dann nach Sparta. Hier ist, wie die in der Literatur dokumentiert, nicht mehr viel übrig geblieben. Sparta wurde zum Ende seiner Ära dem Erdboden fast gleich gemacht.
 
Dies sind die Überreste des Theaters.
  
Nach dem ich das "alte" Sparta besichtigt hatte (das neue gefällt mir nicht), fuhr ich in Richtung Githio. Allerdings erreiche ich diese Stadt nicht mehr am heutigen Tag. Ich fand in einem Olivenhain einen geeigneten Schlafplatz. Vorher konnte ich mich und einen Teil meiner Kleidung an einer Quelle in der Nähe der Straße waschen.
20.09.2010
Wie so oft ging’s gegen 7:00 Uhr los.  Richtung Githio (man spricht von der Perle auf dem Peloponnes), einem wunderschönen kleinen Ort mit vielen Sehenswürdigkeiten. Leider haben sie dort ihre Müllprobleme nicht gelöst. Wie ich in Erfahrung bringen konnte (hoffe, das stimmt), wurde bis vor kurzem der dortige Müll in einer Müllverbrennungsanlage in einer anderen Stadt verbrannt. Dieser Vertrag ist ausgelaufen oder wurde nicht verlängert, so dass die Müllsäcke zurzeit vor die Stadt geschafft werden. Der Bau einer eigenen Verbrennungsanlage wird von den Bewohnern der Stadt abgelehnt.  Es stinkt fürchterlich. Ich bin nach kurzem Aufenthalt in dieser Stadt weiter nach Skale gefahren.
 
 
Über die Stadt Molei fahre ich nach Neapoli. Dies ist nun für mich der südlichste Punkt meiner Reise. Unterwegs fällt mir auf, dass ich mich mit Bargeld versorgen muss. Fahre deshalb in den Küstenort Piytra in der Hoffnung, dort einen Bankautomaten zu finden. Leider war das ein Satz mit X. Der nächste Automat steht in Neapoli. Die zuvor rasante Abfahrt musste ich auf dem Rückweg wieder "erklimmen".
Kam dann an einem Haus vorbei, vor dem ein Fischer sein Boot restaurierte.  Den Jungen Mann fragte ich nach dem Weg Richtung Neapoli. Er meinte, das sei noch sehr weit weg von hier (ca. 25 Km).
Dorthin schaffte ich es an diesem Tag nicht mehr. Ich finde einen schönen Platz mit Blick auf das Meer wo die Sonne rot unter- und der Mond aufging. 
 
 
21.09.2010
Fahrt nach Neapoli. Hier gibt es einen schönen Strand mit Süßwasserduschen. Genoss das Schwimmen im etwa 24 Grad warmen Wasser. Konnte einen Teil meiner  Sachen waschen. Ein älterer Grieche regte sich darüber etwas auf, da ich natürlich Seife verwendete. Diese spezielle Outdoorseife ist aber biologisch abbaubar und extra für Touren, wie ich sie mache, hergestellt. Der ältere Herr redete sich aber so in Rage, dass ich ihn links liegen ließ. Habe ihm aber in English zu verstehen gegeben, dass er sich über die Seife erst dann aufregen kann, wenn der Müll und die vielen Plastikflaschen entlang der meisten Straßen in Griechenland verschwunden sind. Das wäre eher ein Grund sich aufzuregen
Nach ein paar Stunden bin ich zurückgefahren an einen schönen gelben Sandstrand gegenüber der Insel Elafonisos.
Da hier aus meiner Sicht ein paar merkwürdig anmutende Typen ihre Zelte aufgeschlagen hatten, entschied ich mich Richtung Monemvassia weiter zu fahren. Hierzu musste ich einen Teil des Weges zurücklegen, den ich bei der Hinfahrt schon befahren hatte. Unterwegs kaufte ich an einer Tankstelle Wasser und eine Cola. Im Gespräch mit dem Tankwart empfahl mir dieser über  Ai Mammas zu fahren, Das seien zwar 7 km den Berg hoch aber danach hätte ich "freie" Fahrt bis Monemvasia. Ansonsten müsste ich rund 30 km Umweg fahren. Ich folgte dem Tipp und schob mal wieder. Das Dorf Aghios Mamas liegt ca. 500 m hoch.  Bevor die Dunkelheit kommt finde ich einen einigermaßen passablen Schlafplatz.
   
 
22.09.2010
Um 5.00 Uhr werde ich durch den Schuss eines Jägers geweckt. Mich hat zum ersten Mal so richtig die Angst gepackt, weil es noch dunkel ist und man mich nicht sehen kann. Ich ziehe meine gelbe Warnweste an in der Hoffnung, so gesehen zu werden und versuche, mich durch Rufen bemerkbar zu machen. Durch den starken Wind kann man mich vermutlich nicht hören.  Eine Stunde muss ich warten bis es hell wird und mich der Jäger sieht. Er kommt sofort auf mich zu. Ich zeige ihm mein Zelt und er grinst, gibt mir die Hand... Jassus. Dann baue ich das Zelt ab und fahre nach Monemavesi.
Diese alte historische Stadt ist auf einer Insel, die aber über eine kleine Brücke erreichbar ist, an den Fels gebaut. Es gibt eine Ober- und Unterstadt. An vielen Stellen wird noch restauriert. Die Wege in der Stadt sind nur ca. 1,50 m breit und mit groben Steinen gepflastert. Leider darf ich die Stadt nicht mit dem Fahrrad betreten. Ich habe mich mit einem Bediensteten "angelegt", da ich nicht einsehen wollte, dass ich morgens um 9:00 Uhr, wo so gut wie kein Besucher in der Stadt war, mein Fahrrad nicht durch die Unterstadt schieben durfte. Selbst die Anwohner, die den "Streit" ja mitbekommen hatten, verstanden die Entscheidung des Herrn nicht. Sie machten noch den Vorschlag, das Fahrrad in einem leer stehenden Shop unter zubringen. Der Herr, ich nenne ihn mal Großkotz, ließ nicht mit sich reden. Bin dann unverrichteter Dinge weiter gefahren und hatte bestimmt eine Stunde eine  fürchterliche Wut im Bauch. So nach und nach verflog sie aber. Wenn meine Frau nach dem 17. Okt. da ist, fahre ich mit ihr per Auto noch einmal dort hin.
Jetzt fahre ich Richtung Molei und finde außerhalb der Stadt einen Platz für den Zeltaufbau.
23.09.2010
Nachdem ich am Morgen meine Sachen gepackt hatte, fällt mir auf, dass der Vorderreifen meines Fahrrads zu wenig Luft hat. Habe zum Flicken aber keine Lust und pumpe den Reifen, in der Hoffnung, dass er den Tag über hält, auf. Er hält den ganzen Tag.
Mein Weg führt mich zurück nach Sparta und weiter nach Tripoli bzw. nach einer schönen Abfahrt weiter nach Astros.
Hier gibt es einen Strandabschnitt mit feinem Sand und der Möglichkeit das Zelt auf zu schlagen. Es gefällt mir ganz gut hier. Ich beschließe hier ein paar Tage zu bleiben, zumal ich irgendwie keine Lust mehr verspüre weiter zu fahren. Ich denke, eine Pause tut meinem Körper und der Seele ganz gut.
24.09.2010 bis 26.09.2010
 
 
Ich gönne mir ein paar Tage Ruhe und verbringe meine Zeit mit Schwimmen, Schlafen etc.
In der Stadt habe ich mir etwas Obst und andere Lebensmittel u. a. auch mal wieder eine Flasche Wein gekauft und genieße die Tage.
27.09.2010

In Nafplio, die übrigens die erste Hauptstadt des neuen Griechenlands war,  mache ich einen Stadtrundgang und überlege, ob ich  mich nach Arkadien abstrampeln oder nach Mykene fahren soll.
Nachdem ich mich mit Lebensmitteln wieder eingedeckt hatte (übrigens: Lidl ist wieder aufgefüllt), entscheide ich mich für Mykene. Über Thyrins und Argos geht's hoch nach Mykene.


   
Von Mykene aus fahre ich noch ca. 5 km und finde einen guten Schlafplatz. Ich baue das Zelt auf und kaufe bei einem Griechen, der einen Verkaufstand am Straßenrand aufgebaut hatte, eine Flasche Wein. Er verlangt 4 Euro, was ich für zu teuer empfand. Er packte mir, wie auf der Kirmes der "Billige Jakob", jede Menge Obst, Tomaten etc. in eine Tüte, so dass der Preis dann wieder gerechtfertigt erschien. Meine Frage ist:
 "Wie kriege ich das morgen transportiert? In einer geschätzten Höhe von ca. 500 m zieht ein Hirte mit seinen Ziegen entlang des Höhenzugs, an dessen Fuß ich mein Zelt aufgeschlagen hatte, langsam Richtung Osten. Ein Hund bellt permanent
Eine Stunde, kann auch mehr gewesen sein, steht der Hund plötzlich in nur ca. 200 m Abstand vor mir und macht sich durch Bellen und Hin- und
Herennen bemerkbar. Ich denke nur: Bleib bloß da". Zur Vorsicht hole ich das Pfefferspray aus der Tasche. Der Hirte pfeift, schreit von der Höhe her und nach einiger Zeit - Gott sei Dank - reagiert der Hund. Dann ist Ruhe. Ich genieße die letzen Sonnenstrahlen und den Wein.
Dann schlafe ich tief und fest bis zum Morgen.

28.09.2010
Erreiche Korinth und plane weiter Richtung Patras zu fahren. In Korinth besichtige ich die Brücke, die über dem Kanal auf Wasserebene liegt und bei der Durchfahrt eines Schiffes 12 m unter den Wasserspiegel gedrückt wird. Außerdem besuche ich Akrokorinth, wo der hl. Paulus gepredigt haben soll. Da ich die antike und römische Anlage schon 2 mal besucht habe, besichtige ich sie ein drittes mal natürlich nicht. Möchte aber gerne ein Foto von der Anlage und mir mit Fahrrad machen. Dazu hätte ich mich  2 - 3 Meter im Bereich des Ausgangs auf das Gelände begeben müssen. Das Aufsichtspersonal lässt dies aber nicht zu. Dies pflegelt sich lieber auf der Bank herum und schwadronieren. Es ist schon kleinlich, wie man sich hier und auch an anderen Ausgrabungsstätten verhält. Ich kann nur sagen, würde man dieses Verhalten konsequent auf andere Bereiche in Griechenland übertragen (Beispiel: Müllbeseitigung entlang vieler Straßen) hätte ich ja Verständnis für solch ein Verhalten. Was solls, kann mich Gott sei dank nur kurzzeitig darüber aufregen. Möchte mir meine gute Laune nicht durch solche kleinbürgerlichen Gebaren  vermiesen und fahre weiter.  Ein Junge aus den Niederlanden, der auf Klassenfahrt ist, fotografiert mich dann vor dem Gelände außerhalb des Sicherheitszauns.
        
Bald hätte ich es vergessen: Unterwegs nach Korinth schenkt mir ein Bäcker ein Brot. Mit ihm hatte ich mich über meine Tour unterhalten.
Von Korinth, das übrigens jetzt eine schöne Fußgängerzone hat, fahre ich bis kurz vor Xilokastro und finde unterhalb der Straße, am Strand einen schönen Platz um das Zelt aufzuschlagen.
Mir fiel bei der Fahrt Richtung Patras auf, dass die Dörfer, die an der Küstenstraße, die so ca. 20 km von Korinth entfernt liegen, sehr sauber sind. Es gab kaum Unrat, wie beispielsweise Plastikflaschen am Rande der meisten Straßen die ich befahren hatte. Auch das "wilde" Abkippen von Müll in der Landschaft, sei es Bauschutt oder anderer Sperrmüll ist ja in Griechenland nach meinem Eindruck "ganz normal", ist mir an dieser Küste nicht aufgefallen. In einem Dorf gab es sogar eine Kehrmaschinen.
Kritiker werden jetzt bestimmt sagen, dass es auch in Deutschland wilde Müllkippen und Unrat entlang der Straße gibt. Ich stelle dass auch nicht in Frage und empfinde auch dieses als ungeheuerlich. Trotzdem ist es in Griechenland und auch an vielen Stellen in Italien immens schmutzig.
29.09.2010
Es geht immer weiter Richtung Patras. An einer Winzerei beobachte ich wie Trauben angeliefert werden. Ich gehe neugierig dorthin, beobachte das ganze und komme mit den Leuten ins Gespräch. Einer der Arbeiter, er ist Albaner, kann etwas Deutsch (z.B. Borussia Dortmund, Philipp Lahm, Schweinsteiger und Ballack). Als ich den 1. FC Köln nenne, zeigt sein Daumen nach unten. Ich sagte: "Pass bloß ob!" - er versteht es ja nicht-. Die Besitzerin kommt hinzu und wir können uns in Englisch etwas besser verständigen. Sie meinte, dass Aldi einen Teil der Weinausbeute kauft (NEMEA). Sie selbst produzieren so ca. 500.000 Liter. Der Alkoholgehalt liege so bei 12, 5 bis 13 % Alkohol.
Dann fahre ich weiter nach Diakopto. Hier fährt die Bahn in atemberau­benden Windungen ins Gebirge nach Kalavryta ab. In Kalavryta ist ein Mahnmal für über 600 Zivilisten, die im 2. Weltkrieg aus Rache hingerichtet wurden. Hintergrund war, dass gefangen genommene deutsche Soldaten, von griechischen Partisanen erschossen wurden.
30.09.2010
Kämpfe mich fast 30 km gegen den Wind nach Patras. Die Strecke ist nicht besonders schön, da hier die bestehende Autobahn erweitert wird und die alte Nationalstraße in unmittelbarer Nähe verläuft. Das bedeutet jede Menge LKW-Verkehr, Dreck und Lärm. Ich erreiche aber Patras ohne Blessuren. Hier schließt sich jetzt für mich der Kreis, den Peloponnes so gut wie umrundet zu haben.
Fahre über die Brücke, die über den Golf von Korinth führt.
 
Da ich keine Möglichkeit finde, mit dem Fahrrad den Fußweg zu erreichen, fahre ich auf der Brücke dort, wo ich auch sonst immer fahre, nämlich rechts neben dem Begrenzungsstreifen der Fahrbahn. Arbeiter auf der Brücke geben mir zu verstehen, dass es nicht erlaubt ist, dort zu fahren, bzw. das Fahrrad zu schieben. Ich hebe es aber keine 1,50 m über das Geländer und ignoriere die Zeichen. Ein Fahrzeug der Strassen- oder Brückenwacht kommt auf der gegenüberliegenden Seite mit Blaulicht und gibt mir ebenfalls zu verstehen, dass ich dort wo ich bin nicht sein darf. Bis der auf meiner Seite ist, habe ich die Brücke überquert. Unten kommt mir ein Mann entgegen und palavert, das sei sehr gefährlich gewesen,  was ich da getan hätte. Ich sagte ihm, dass es ist viel gefährlicher sei, die anderen Straßen in Griechenland mit dem Fahrrad zu befahren als diese Brücke. Sie kostet Maut und ist nur gering befahren. Der Mann grinst, was für mich bedeutet: "Du hast ja recht". Jetzt fahre ich Richtung Itea und dann nach Delphi.
01.10.2010

Heute habe ich es bis nach Itea geschafft. Nachfolgend ein paar Impressionen:
 
Am Ortsausgang von Itea mit einigen Griechen, die offensichtlich Mittagspause hatten, ein leckeres  Bier getrunken und viel erzählt. Einer war Autoschlosser. Er hat mir den Namen seiner Frau aufgeschrieben und bestand darauf, sie an der Information im Museum in Delphi zu besuchen. Dem anderen, er fungierte als Dolmetscher, gehört nach Bekunden der anderen eine große Olivenplantage. Er pries diese als die Besten der Welt an. Ich musste die Oliven probieren. Er hatte vor sich einen kleinen Teller mit Oliven, Tomaten und Schafskäse. Das ganze dann mit Olivenöl beträufelt. Ich kann nur sagen: Es schmeckte wirklich köstlich. Leider war nur noch wenig davon da. Der Dritte im Bunde konnte ich nicht so verstehen. Er hatte wohl etwas zuviel Ouzo getrunken.
 
Nach dem ich mich von den Drei verabschiedet hatte, fuhr ich Richtung Delphi durch die dortigen Oliveplantagen. Nach ca. 4 km war der Vorderreifen nun wirklich platt. Hatte ja lange gehalten.
In einer Gärtnerei, die nicht weit von der Stelle wo ich den Reifen flicken wollte lag, bot man mir an, den defekten Schlauch ins Wasser zu tauchen um das Loch zu finden. Es ging dann sehr schnell. Loch gefunden, geflickt und weiter. 11 km  vor Delphi schlage ich mein Zelt auf. Da Delphi  im Gebirge liegt, bedeutet das morgen nur noch schieben.
02.10.2010
Nachdem ich aufgestanden bin, musste ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass das Vorderrad wieder platt war. Zuerst habe ich den Schlauch auf ein 2. Loch hin untersucht. Durch Zufall, ich hielt den Schlauch an meine nassen Lippen bzw. an ein  Auge,  spürte ich einen sanften Luftzug. Dadurch konnte ich das Loch im Schlauch lokalisieren und entsprechend flicken. Anschließend wie zuvor schon erwähnt 11 Kilometer schieben. Ach diese Berge..... ich liebe sie!!
Als ich Delphi erreichte, habe ich auf einem Campingplatz am Ortseingang einen Frappe getrunken. Außerdem hatte ich hier die Möglichkeit, mich nach dem anstrengenden Aufstieg vom Schweiß zu befreien, sprich zu waschen. Eine Wohltat.
Dann ab in die Stadt. Zunächst mal wieder mit Lebensmittel versorgt. Ich kann ja nicht für mehrere Tage einkaufen, da mein Platzangebot am Fahrrad begrenzt ist. Dann zum Museum bzw. zur Ausgrabungsstätte. Da ich hier schon einmal war, konnte ich mir den Besuch dort  sparen. Es waren viele Menschen vor dem Museum und vor dem Eingangsbereich der Ausgrabungsstätte. Ein Herr aus Taiwan (Awusow- wenn ich ihn richtig verstanden habe, war das sein Vorname) sprach mich an und fragte das, was eigentliche immer alle so fragen. Er war Reiseleiter eine taiwanesischen Gruppe, die aber zur Zeit bei den Ausgrabungen unterwegs war. Er bat um ein gemeinsames Foto, dass ich nach dem
1. November auf meiner Internetseite einstellen werde. Er möchte es dann seiner Frau zeigen.
 
Auch mit einem amerikanischen Ehepaar aus Ohio kam ich ins Gespräch. Sie waren letztes Jahr in Köln auf dem Weihnachtsmarkt. Er lernte dort die deutschen Wörter:" LECKER KÖLCH". Das war insgesamt schon lustig und interssant hier in der Nähe des Orakels. Leider hat mir aber das Orakel nicht die richtigen 6 Zahlen des deutschen Lottos geflüstert.
Nach einer Weile  ging es dann am antiken Gymnasium und den Resten des Tempels der Hera vorbei bergauf nach  Arachova. Hier waren wiederum so 12 km Bergauf zu bewältigen.
Nach einiger Zeit fing es an zu regnen.  Da das Profil unter meinen Schuhen total verschließen war, rutsche ich auf dem nassen Asphalt aus, wie auf Glatteis.  Ergebnis dieses Regens war, dass ich auf 3 km 2 Autounfälle sah, bei denen die Autos einen Totalschaden erlitten. Die Polizei war auch bereits dort. Mir gegenüber äußerte ein Polizist nur: to fast!  
   
 
    

An einer Tankstelle habe ich mich untergestellt und das Ende des Regens abgewartet. Der Tankstellenbesitzer erzählte, dass er im Juni 2010 mit Freunden und  ihren Motorrädern in Baden-Baden waren. Im nächsten Jahr möchte er unbedingt mal auf dem Nürburgring fahren. Außerdem findet er deutsche Autobahnen super toll. 
 
       
Nach dem netten Gespräch erreichte ich Arachova, eine Stadt im Parnass-Gebirge in ca. 900 m Höhe. Dieser Ort lebt überwiegend vom Wintersport.
 

 

   

Anschließend bin ich ca. 15 oder 16 Kilometer den Berg herunter gefahren. Es war während der Fahrt sehr kalt. Bis in die Nähe von Livadia bin ich gekommen.
In der Ebene hatte der Regen aufgehört und die Temperaturen waren deutlich wärmer.  So habe ich mich dann wieder in die Büsche geschlagen und mein Nachtlager aufgebaut.

03.10.2010
Thiva habe ich besucht. Auf den Feldern eine Pause gemacht.
Ich befinde mich in einer Gegend, in der Baumwolle angepflanzt wird. Die Leute waren heute bei der Ernte. Man hat mir den Vorgang zur Baumwollgewinnung erklärt, was sehr interessant war. Alles wurde von mir mit Fotos festgehalten.
Ansonsten war es ein langweiliger Tag, weil die Straße immer nur geradeaus führte.
Ein schönes Erlebnis hatte ich noch mit einem Biobauern, den ich aufsuchte. Leider hatte er keine Äpfel. Ich nahm mir drei Tomaten und er sagte: "Das ist frei." Die Tomaten habe ich sofort gegessen und mich verabschiedet. Er rief hinter mir her und als ich zurück bin, gab er mir noch drei Tomaten.

Jetzt befinde ich mich gegenüber der Insel Euböa und mache alles für die Nacht klar.
Ich fühle mich wohl und grüße alle.

Das Zelt habe ich wieder abgebaut. Ein Mann stand vor mir und sagte, dass es in dieser Gegend viele Schlangen gäbe. Also ziehe ich fünf Kilometer weiter und schlage mein Zelt erneut auf unter einem schönen Feigenbaum.

04.10.2010
Heute Morgen ist alles in Ordnung.
Ich habe die Brücke nach Euböa passiert. Die erste Brücke wurde hier 410 v.Chr. erbaut. In der Antike wunderte man sich schon über den ungewöhnlich stark ausgeprägten Gezeitenwechsel an dieser Stelle. Interesse erregte und erregt heute immer noch, dass die Strömung hier häufig und plötzlich die Richtung wechselt bei gleich bleibender Stärke.
15 oder 18 Angler stehen hier und warten auf reiche Beute.
Die Hauptstadt der Insel Chalkida habe ich besucht. In dieser Stadt starb 322 v. Chr. der Philosoph Aristoteles.
In der Nähe der Stadt Eretria habe ich geschlafen.

05.10.2010
Jetzt mache ich mich auf den Weg nach Athen. Hier auf der Insel soll es ab heute regnen. Das geben mir die Einheimischen zu verstehen. Der Himmel sieht auch danach schon aus. Auf dem Peloponnes hoffentlich nicht.
Die Ankunft in Athen hatte ich eigentlich 2 Tage später geplant. Aber von der Insel Euböa kommend habe ich mich mal wieder derart verfahren, dass ich letztendlich in Athen "landete".
Die Fahrt in die Stadt hinein war eine Wucht. Trotz starken Verkehrsaufkommens ging es flott und stetig bergab durch die verschiedenen  Stadtteile. Insgesamt bin ich bis jetzt 4.500 Kilometer mit dem Fahrrad gefahren.

Athen:
Hurra, habe mein Ziel erreicht!
 
 

Nach dem Besuch der Stadt und der Akropolis fahre ich nach Piräus weiter um von dort evt. noch eine Fähre zur Insel Aegina zu erhalten. Leider ging an diesem Tag nichts mehr. So musste ich weiter fahren um noch einen geeigneten  Schlafplatz zu finden. Ich fuhr also Richtung Korinth. Je weiter ich mich vom Stadtkern Piräus entfernte, je unansehnlicher wurde der Straßenrand. Soviel Dreck und Unrat im öffentlichen Verkehrsraum habe ich noch nie gesehen. Das war bisher für mich das härteste. Es ist nicht zu beschreiben, wie es dort aussieht. Sehen die dortigen Menschen oder die Verantwortlichen so etwas nicht? Was sind das für Leute, die ihren Dreck einfach so abkippen.   EKELHAFT!!
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit finde ich oberhalb einer, aus meiner Sicht, wilden Müllkippe, einen einigermaßen passablen Schlafplatz.
06.10.2010

Bis 15 Kilometer südlich von Korinth führte mich heute meine Route. Unterwegs treffe ich einen Fahrradfahrer aus Bulgarien. Er ist auch alleine und bereits seit Februar 2010 unterwegs. Von Istanbul aus gestartet hat er das Mittelmeer umrundet. Setze demnächst sein Bild auf diese Seite. Auch er ist fast am Ende seiner Reise angekommen. Er will noch nach Athen und dann nach Kreta. Von dort aus dann nach Istanbul. Bis heute hat er rund 22.000 km in den Beinen.

Leider hat mich das schlechte Wetter eingeholt. Ich liege im Zelt und es knallt um mich herum und regnet in Strömen. Dank einer Zusatzplane bleibe ich aber trocken.


07.10.2010
Nach rund 40 Kilometern bin ich völlig durchnässt in Ephidavros angekommen. Gabi und Tassos Pavlou haben mich herzlich begrüßt.
 
    
 
Ich kam zur rechten Zeit, denn es gab als Mittagessen eine leckere warme Suppe.
Ab 17.10.2010 werden wir hier 13 Tage Urlaub machen. Schauen Sie doch mal rein!
Morgen kann ich noch hier bleiben.
Meine Klamotten habe ich auch mal gewaschen.
08.10.2010
Heute nur gefaulenzt. Am Fahrrad die Kette gewechselt. Das war alles. Morgen geht's weiter.
09.10.2010
Meine geplante Route war: Methana, Insel Poros und evtl. Hydra. Entgegen der vorgesehenen Route bin ich nach Nafplio, auch Nauplion (neugr. Ναύπλιο(ν)), in der Antike Nauplia genannt, gefahren. Hier gibt es eine Fahrradwerkstatt, die ich aufgesucht habe, weil mit meinem Kettenschloss etwas nicht stimmt. 
Somit mache ich die Route in umgekehrter Reihenfolge.
10.10.2010
Am Strand von Iria habe ich übernachtet. Morgens bin ich in das Örtchen gefahren. An einem Kiosk habe ich einen netten älteren Herrn getroffen, der nach vielen Jahren in Berlin vor 26 Jahren zurückgekehrt ist und dadurch Deutsch sprach. Eine Stunde haben wir uns angeregt unterhalten.
Anschließend wieder einige Kilometer geschoben. An einem Bildstock (Heiligenhäuschen) habe ich eine Familie mit zwei Kindern getroffen. Die kleine Tochter (fünf oder sechs Jahre alt) redete ununterbrochen auf mich ein. Die Frau konnte etwas Englisch, so dass es mit einer Unterhaltung klappte. Ich habe die Familie fotografiert und ihnen gesagt, wo sie ab 1. November das Foto finden können. Sie boten mir an, mich mit dem Fahrrad auf dem Pickup mitzunehmen, was ich dankend ablehnte. 
Den Pass musste ich dann ca. 3 Kilometer hoch schieben. Als ich die Höhe erreichte, winkte mir die Familie zu, die dort zu Besuch war ("Wäre ich doch mitgefahren!")
Die lange Abfahrt war bedeutend angenehmer. Nach 30 Kilometern und wieder schieben erreichte ich Kranidi. Einen Schlafplatz habe ich  auch gefunden. Fünf Stunden hat es geregnet und es war kalt.
 
11.10.2010
Heute soll das Wetter schön und wärmer werden.
Das erste Mal in "freier Wildbahn" hatte ich heute eine Begegnung mit einer Schlange, die etwa 80 bis 100 cm lang und beige-grau war. Sie wollte sicher die Straße überqueren und wir haben uns beide wahnsinnig erschrocken. Sie kam von der Seite etwa einen Meter vor mir. Der Schreck fuhr mir in die Glieder. Was es für eine Schlange war und ob sie giftig war??? Habe keine Ahnung.
Ich bin jetzt einige Kilometer vor Galatas gegenüber der Insel Hydra. Hier gibt es im Bereich des Anlegers der Personenfähre ein ganz uriges Geschäft/Taverne. Man kann hier Lebensmittel einkaufen oder einen Kaffe trinken. Auch kleine Snacks werden angeboten. An den Wänden hängen Bilder von Fußballmannschaften (Otto Rehagel ist nicht dabei). Dazwischen Ikonen. Auf einem großen Flachbildschirm kann man das Fernsehprogramm verfolgen. Es sieht alles ein bisschen chaotisch aus. Trotzdem hat es ein besonderes Flair.
 
12.10.2010
Mein Zelt habe ich auf der Halbinsel Methana aufgestellt. Es nieselt, aber es ist nicht mehr so kalt wie die letzten Tage.
Heute tut sich nichts mehr und ich habe hier so gut wie keinen Handy-Empfang. Baue deshalb aber nicht das Zelt wieder ab.
13.10.3010
Die Hauptstadt der Halbinsel Methana trägt den gleichen Namen und ist bekannt durch ihre Thermalbäder. Auf der Halbinsel ruhen ca. 30 Vulkane. Den ersten Vulkanausbruch gab es 230 v. Chr. Darüber berichteten schon antike Schriftsteller wie u. a. Ovid usw.
Jetzt habe ich auch wieder Handy-Empfang. Die Temperatur ist wärmer; alles andere: na ja! Der Himmel sieht aus, als würde die Welt untergehen. Ich werde die Halbinsel aus diesem Grund nicht umrunden und überlege jetzt mal, was ich weiterhin machen werde.
Fahre fast den gleichen Weg zurück und bewege mich Richtung Ephidavros. Am Rand der Straße dann gegen Abend einen passablen Platz für mein Zelt gefunden und einigermaßen ruhig geschlafen.
14.10.2010
In der Nacht ein starkes Gewitter bis ca. 6.30 Uhr. Es regnete in Strömen. Bin aber selbst, dank der zusätzlichen Plastikplane trocken geblieben.
Nachdem Aufstehen dann Richtung Ephidavros aufgebrochen und mein Rad nur geschoben. Nach einer schönen Abfahrt bin ich in der Nähe von Ligourio angekommen. Von hier sind es ca. 5 km bis zu dem bekannten Theater  Ephidavros mit seiner sagenhaften Akustik. Auch die Größe des Theaters ist überwältigend.
Außerdem gab es hier eine „Kureinrichtung“ in der Asklepius gewirkt haben soll.
Habe ca. 4 km vom Theater weg einen Schlafplatz gefunden. Ein Gewitter braute sich zusammen das dann so ab 15.30 Uhr losging. Trotz sintflutartigen Regenfällen blieb ich im Zelt trocken. So etwas habe ich noch niemals im Leben erlebt. Gegen Abend klärte sich der Himmel auf und es gab eine sternenklare Nacht.
15.10.2010
Um 7.00 Uhr aufgestanden und wie immer alles verpackt. Dann wieder nach Ligourio gefahren. Hier in einem Cafe gefrühstückt und das Handy aufgeladen. Anschließend in einer "Schussfahrt" nach Ephidavros auf den Campingplatz. Eigentlich hat er schon geschlossen, aber es sind noch einige Arbeiten für die "Winterzeit" bzw. auch schon für den Start im nächsten Jahr zu erledigen. Deshalb war der Besitzer noch dort und ich kann das Zelt aufschlagen.
 
 
Gegen Abend braut sich dann mal wieder ein Unwetter zusammen. Der Besitzer bot mir an, in einem Zimmer zu übernachten. Gerade als ich das Zelt und das Fahrrad trocken untergebracht habe krachte und donnerte es und es ergießt sich eine Regenmenge  über das Land, wie man es sich in unseren Breitengraden kaum vorstellen kann. Ich sitze im Trocknen und bleibe es auch in der Nacht. Deshalb von hieraus ein herzliches Dankeschön an den Campingplatzbesitzer.
Ab morgen ist ein zweiwöchiger Urlaub angesagt.
 
 
 16.10.2010
Habe gestern bei unseren Vermietern der Ferienwohnung angerufen und nach dem frühesten "CHECK IN" Zeitpunkt gefragt. Ab 9.00 Uhr war die Wohnung frei. Bin dann noch zum Einkauf der Grundversorgung gefahren und stand um 10.00 Uhr bei Gabi und Tassos vor der Tür.
  
 
Nachdem ich meine Ausrüstung zunächst auf dem Balkon deponiert hatte (man kann sich sicher vorstellen, dass diese nach fast 3 Monaten schmutzig, nicht mehr geruchsfrei etc. war)  und eine erfrischende Dusche genommen hatte, bereitete ich mich auf die Fahrt zum Flughafen Athen vor. Hier kam ja Ruth, meine Frau, am 17.10. um 10.20 Uhr an.
Da es an dem Sonntag keine Busverbindung gab, die um diese Zeit Athen erreicht, fuhr ich also heute schon los. Um 18.30 Uhr ab Ephidavros, Ankunft Athen Bushof ca. 21.00 Uhr. Der Bus war ungefähr (die Betonung liegt auf ungefähr) um diese Uhrzeit auch dort. Dann weiter mit einem kommunalen Verkehrsunternehmen in die Innenstadt. Hier bin ich zunächst Richtung Plaka gegangen und habe mir das Treiben der Menschen angesehen bzw. mich von ihnen anstecken lassen. Die Luft war warm und die Leute alle sehr gut gelaunt.
Gegen 24.00 Uhr bin ich  mit der Metro zum Flughafen gefahren und habe mir dort die Nacht um die Ohren gehauen. Auf diesem Flugplatz ist aber die ganze Nacht "Betrieb", so dass die Zeit schnell verging. 
   
17.10.2010
Der Flieger kam pünktlich und ich konnte meine  Frau bzw. sie auch mich in die Arme schließen. Das Mietauto war bereits in Deutschland gebucht, so dass wir es nur noch abzuholen brauchten. Dann ging die Fahrt über Korinth nach Ephidavros und der Urlaub konnte beginnen.
Erst am 30.10.2010 ging es mit dem Flugzeug inkl. Fahrrad zurück nach Bonn. Hier wurde ich von einem Teil der Familie mit riesigem Plakat und Sekt empfangen. Vielen Dank dafür. Ich war total überrascht.
   
  
 
 
Insgesamt war diese Tour sehr ereignisreich, nicht immer ungefährlich und wird mir als ein unvergessenes Erlebnis im Gedächtnis bleiben.


An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die mich bei meiner Tour in jeglicher Form unterstützt haben. Es war ein tolles Erlebnis für mich, das ich ohne die Unterstützung vieler Freunde und Bekannten so nicht hätte durchführen können. Deshalb
Danke!
Grazie!
Efcharisto!
        

 

 

 

 

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